Hypnose-Ausbildung in Hamburg und Berlin | Hypnose Tipps

Hypnose - Tipps



Hypnose- Basics

Hypnose- Mustererklärung

Hypnose- Armlevitation

Hypnose- Katalepsie

Direkte und indirekte Hypnose

Hypnose- Einleitungen

Ideomotorisches Signalisieren

Hypnose und Halluzinationen

Hypnose und Spiegelneurone

Mit Suggestionen testen

Der hypnotische Prozess

Die dominante Erfahrung



Hypnose- Basics

1. Führen Sie als Anfänger Hypnose nur bei psychisch und körperlich gesunden Menschen durch, die sich gut konzentrieren können und keine Angst vor Kontrollverlust haben.

2. Hypnose ist ein Zustand, bei dem der logische Verstand verdrängt und das Fühlen verstärkt wird. In der Hypnose ist die emotionale Aufnahmebereitschaft des Hypnotisanden (des Hypnotisierten) gegenüber dem Wachzustand deutlich erhöht.

3. Wer andere Menschen hypnotisiert, dessen Hauptziel muss sein, den Hypnotisanden respektvoll, einfühlsam und wohlwollend zu behandeln.

4. Suggestionen sind lebendig formulierte Vorstellungen/Gefühle, die der Hypnotiseur dem Hypnotisanden vermittelt. Je lebendiger und intensiver der Hypnotiseur seine Suggestionen an den Hypnotisanden überträgt, desto besser werden diese umgesetzt. Glauben Sie an die Macht Ihrer Worte, nur dann kann der Hypnotisand Ihnen folgen!

5. Suggestionen können zur Einleitung einer Hypnose und zur Vertiefung genutzt werden. Genauso können Suggestionen den Wirkteil einer Hypnose ausmachen.

6. Während der Hypnose gegebene Suggestionen, die danach nicht mehr wirken sollen, müssen durch entsprechende Gegensuggestionen vor Beendigung der Hypnose wieder aufgehoben werden.

7. Suggestionen werden in der Hypnose meist wortwörtlich umgesetzt. Der Hypnotiseur muss dementsprechend seine Suggestionen sehr präzise formulieren.

8. In einer Hypnose können Gefühle an die Oberfläche kommen, die im Wachzustand verdrängt sind. Falls unverarbeitete Gefühle hochkommen, dann bleiben Sie ruhig. Beruhigen Sie den Hypnotisanden, seien Sie für ihn da wie ein guter Freund und leiten sie die Hypnose danach wieder aus.

9. Eine Hypnose beendet man, indem man laut und langsam von eins bis drei zählt und bei drei mit dem Finger schnippt (alternativ: in die Hände klatscht) und den Hypnotisanden auffordert, die Augen zu öffnen. Je nachdem wie tief der Hypnotisand in Hypnose war, kann auch nach dem Auszählen, insbesondere wenn es zu schnell erfolgte, noch eine leichte Trance bestehen. Diese wird im Laufe des Sprechens nach der Hypnose jedoch flacher und löst sich auf. Lassen Sie den Hypnotisanden ggf. nach der Hypnose ein Glas kaltes Wasser trinken, dies aktiviert den Verstand.

10. Die drei wichtigsten Trancezeichen für Hypnose- Beginner sind: Augenflattern, Verlangsamung der Atmung, Umsetzung von Suggestionen.

11. Während einer Hypnose können sich körperliche Halluzinationen einstellen. Wenn Ihnen mitgeteilt wird, dass der Hypnotisand seltsame Körperwahrnehmungen hat, beispielsweise die Arme nicht mehr fühlt oder das Gefühl des Schwebens oder Sinkens wahrnimmt, teilen Sie ihm sogleich mit, dass diese Wahrnehmungen Nebeneffekte der Hypnose und nach der Hypnose wieder verschwunden sind.

12. Hypnotisanden können in der Hypnose jederzeit frei sprechen und sich mitteilen, falls Sie etwas Bestimmtes wahrnehmen. Teilen Sie dies dem Hypnotisanden vor der Hypnose mit.


Hypnose- Mustererklärung

Anamnese für eine Hypnose
Eine gute Anamnese für eine erfolgreiche Hypnosebehandlung hat wie eine Medaille zwei Seiten: Die eine Seite der Medaille ist das Erzählen-Lassen des Patienten, der die Hypnose in Anspruch nehmen möchte. Dazu gehört, die richtigen Fragen zu stellen, aufmerksam zuzuhören und die aktuellen Probleme des Patienten im Kontext mit seiner Vergangenheit zu verstehen.

Die andere Seite der Medaille besteht darin, den Patienten adäquat auf die Hypnosebehandlung vorzubereiten. Immer wieder sieht man in der Hypnose-Praxis Patienten, die bei Vorbehandlern nicht richtig aufgeklärt worden sind. Dabei ist eine gute Vorbereitung schon die halbe Miete für eine erfolgreiche Hypnosebehandlung. Dabei ist insbesondere von Bedeutung, dass die Patienten wissen, was sie später in der Hypnose erwartet. Mögliche Fehleinschätzungen über die Hypnose müssen schon im Vorfeld korrigiert werden. So wird eine Hypnose bei einem Menschen sicher scheitern, wenn er innerlich davon ausgeht, dass er in der Hypnose völlig weggetreten sein wird.

Wegen der Wichtigkeit einer korrekten Vorbereitung auf die Hypnose habe ich mich entschlossen, eine Musteranleitung für die Erklärung der Hypnose- (behandlung) online zu stellen. Als Hypnose-Anwender können Sie den Text einfach sinngemäß übernehmen. Wer erst wenige Hypnose-Patienten behandelt hat, sollte mit Freunden oder Bekannten üben und den Vorbereitungstext mit der Zeit frei aufsagen können. Wenn man den Text dann bei ein paar hundert Patienten wiederholt hat, sitzt er sicher in ihrem Unterbewusstsein. Genau dort, wo er hingehört.

Mustererklärung einer Hypnose(-Behandlung) im Vorgespräch
  • Erläuterung des Trancezustandes: „Während der Hypnose selbst werden Sie innerlich wach und klar sein. Sie werden nicht schlafen und auch nicht weggetreten sein. Im Gegenteil, auch in einer tiefen Hypnose sind Sie voll da, werden zugleich deutlich mehr Zugang zu Gefühlen haben und meist auch mehr innere Bilder sehen als im Wachzustand. Rein theoretisch könnte man eine Hypnose auch bewusst beenden, indem man einfach die Augen öffnet. Ich empfehle Ihnen aber, dies nicht zu tun, da wir wichtige Entwicklungsprozesse in der Hypnose durchlaufen möchten, bis sie komplett abgeschlossen sind.“
  • Amnesie: „Sie werden alles mitbekommen, was in der Hypnose passiert. Im Regelfall werden Sie sich auch an alles oder zumindest fast alles aus der Hypnose gut erinnern. Es kann vorkommen, dass nach einer Hypnose hier und da ein kleines Teil aus der Hypnose nicht mehr ganz präsent ist, erwarten Sie jedoch bitte nicht, dass Sie eine Art Gedächtnisverlust über den Zeitraum der Hypnose erleiden.“
  • Vorbereitung auflösende Hypnose: „Wenn Sie merken, dass in der Hypnose Gefühle in Ihnen aufsteigen, auch belastende Gefühle, wie Traurigkeit, Angst oder andere, dann lassen Sie diese Gefühle zu. Hier haben wir den Platz und den Raum, um Emotionen, die Sie bislang belastet haben, nach und nach aufzuräumen. So als würden wir jedes Mal, wenn Sie hier sind, in einen Kellerraum hineingehen und alte Möbel ausräumen. Idealerweise arbeitet man solange, bis der Raum komplett frei ist von Unrat und sich dann wieder - quasi wie von alleine - neu gestaltet. Wenn in der Hypnose starke Gefühle aufsteigen, dann kann dies beinhalten, dass Sie weinen, dass ihr Körper sich anspannt oder zittert oder ähnliches. Egal was kommt, lassen Sie es einfach kommen. Kein Gefühl dauert ewig, außerdem bin ich bei Ihnen, um Sie in der Hypnose zu begleiten. Sie können in einer Hypnose auch jederzeit mit mir sprechen und sich mitteilen. Ab und zu werde ich Sie fragen, was Sie wahrnehmen, um Gefühle anzustimulieren und um zu verstehen, wo Sie sich gerade befinden. Wir werden in der Hypnose über den Zeitraum der Trance gegenseitig „Du“ sagen, weil der Zugang zum Unterbewusstsein dann am direktesten ist.“
  • Direkter Nach-Effekt einer Hypnose: „Es ist durchaus möglich, dass Sie sich nach einer Hypnose ganz schön geschafft fühlen. Belastende Gefühle anzugehen, ist für Sie - aber auch ihr Gehirn - durchaus anstrengend. Nehmen Sie sich daher für den Zeitraum nach einer Hypnose nichts Anstrengendes vor.“
  • Rolling-Stone-Effekt: „Eine Hypnose, gerade eine auflösende Hypnose, kann durchaus auch einige Tage nachwirken. Das hängt damit zusammen, dass wir in der Hypnose häufig verdrängt vorliegende Gefühle zugänglich machen. Diese Gefühle zu verarbeiten, kann über den Zeitraum der Hypnose hinausgehen. Diese Prozesse, die über die eigentliche Hypnose hinausgehen, sind wichtige Heilvorgänge, die bei den meisten Hypnosebehandlungen vorkommen. Es kann auch sein, dass Sie nach einer Hypnose vermehrt träumen, weil Hypnose das Unterbewusstsein anregt, aktiver zu arbeiten. Und ebenso wie in einer Hypnose ist das Unterbewusstsein, das Gefühl im Schlaf, besonders aktiv.“
  • Dauer der Hypnosebehandlung: „Ich empfehle im Regelfall erstmal drei Hypnosen durchzuführen und dann nochmal zu schauen, wo wir dann stehen. Dann haben wir mehr Infos darüber, wie Sie in der Hypnose reagieren und ob wir noch weiter arbeiten sollten. Für die Anzahl der Sitzungen, die man insgesamt braucht, gilt das Laubhaufen-Prinzip: Um einen kleinen Laubhaufen zu beseitigen, müssen Sie nur 2-3 mal laufen, für einen größeren Laubhaufen braucht man entsprechend mehr Zeit. Ich empfehle immer, solange zu arbeiten, bis der Laubhaufen komplett beseitigt wurde.“
  • Timing der Sitzungen: „Ich rate, die Sitzungen am Anfang im Wochen- bis Zweiwochentakt durchzuführen. Mit der Zeit kann man dann die Abstände je nach Bedarf vergrößern. Am Anfang sollte man jedoch etwas engmaschiger arbeiten, um einen guten Startimpuls zu geben. Erfahrungsgemäß gibt es dann im Laufe der Behandlung immer weniger aufzuräumen, weil man bereits den größten Berg abgearbeitet hat.“
» Download Mustererklärung (PDF)


Hypnose- Armlevitation

Wenn man im Fernsehen oder live Hypnose sieht, dann fällt einem häufig auf, dass der Arm des Hypnotisanden scheinbar schwerelos in der Luft schwebt, dieses hypnotische Phänomen nennt man Armkatalepsie. Wenn der Arm des Hypnotisanden durch Suggestionen des Hypnotiseurs zum Aufsteigen gebracht wird, spricht man von einer Armlevitation. Häufig werden Armkatalepsie und Armlevitation während der Hypnose miteinander verknüpft. Die Armlevitation gehört zu den bekanntesten Phänomenen der Hypnose und ist natürlich Bestandteil jeder fundierten Hypnoseausbildung.

Bei der Armlevitation bringt der Hypnotiseur den Arm des Hypnotisanden durch Suggestionen zum Hochsteigen. Die Armlevitation ist also nichts anderes als eine Hypnose bei der durch Suggestionen, die lebendigen Worte des Hypnotiseurs, eine motorische Reaktion, nämlich das Höhersteigen des Armes ausgelöst wird. Idealerweise beschäftigt oder verwirrt man zuvor den Verstand des Hypnotisanden, wie genau man dies macht, bringe ich den Teilnehmern in meiner Hypnoseausbildung in Hamburg und Berlin persönlich bei. Die Armlevitation kann entweder als Suggestibilitätstest oder zur Hypnosevertiefung genutzt werden. Durch Suggestionen der Leichtigkeit verändert sich während der Hypnose die Gefülswahrnehmung des Hypnotisanden und dieser fühlt wie der Arm immer leichter und leichter wird. Ab einem gewissen Punkt löst sich der Arm von der Unterlage, sofern er bei Beginn der Levitation nicht schon in kataleptischer Stellung in der Luft stand.

Durch die gefühlsmäßige Umsetzung der Suggestionen wird der Arm des Hypnotisanden während der Armlevitation höher und höher steigen. Die Armlevitation kann dazu dienen, dem Hypnotisanden die Hypnose anhand der Wirkung von Suggestionen auf das Unterbewusstsein zu demonstrieren. Für viele Hypnotisanden ist es eindrucksvoll zu sehen und zu spüren, wie bei der Armlevitation der eigene Arm nur aufgrund der Wirkung des Hypnotiseurs und entgegen der Schwerkraft aufsteigt. Auch für Beobachter einer Hypnose sieht es eindrucksvoll aus, wie der Hypnotiseur durch die Kraft seiner Suggestionen den Arm des Hypnotisanden in der Hypnose zum Schweben bringt. Mit Hilfe der Armlevitation lässt sich die Umsetzung von motorischen Reaktionen der Leichtigkeit durch Suggestionen einschätzen, jedoch nicht die Trancefähigkeit an sich testen. Die Armlevitation zeigt lediglich, wie gut der Hypnotisand Suggestionen der Leichtigkeit und des Höhersteigens seines Armes zu einem bestimmten Zeitpunkt der Hypnose umsetzen kann.

Wer bereits eine Hypnoseausbildung besucht und eine Vielzahl von Menschen hypnotisiert hat, stellt fest, dass einige Hypnotisanden, die nur wenig motorische Reaktionen bei der Armlevitation aufweisen, dennoch hervorragend in Hypnose gehen und dass man sehr gut mit ihnen in der Trance arbeiten kann. Dies hängt mit dem vorherrschend genutzten Sinneskanal des einzelnen zusammen. Menschen, die eher kinästhetisch (über das Fühlen) wahrnehmen, reagieren meist stärker auf die motorischen Suggestionen als vor allem visuell (optisch) wahrnehmende Menschen. Interessanterweise ist bei Menschen, die zuvor autogenes Training praktiziert haben, die Armlevitation nicht immer Mittel der Wahl, denn diese Menschen tendieren dazu bei Annahme eines Trancezustandes geradezu automatisch dazu eine Schwere der Extremitäten zu entwickeln, weil sie den Trancezustand mit den für das autogene Training typischen Schweresuggestionen verbinden.

Während der Hypnoseausbildung lernen Sie, dass bevor man mit der Armlevitation beginnt, zunächst eine Katalepsie des entsprechenden Armes durchführen sollte. Durch die Katalepsie vertieft sich die Hypnose bereits und die Suggestionen werden leichter vom Unterbewusstsein aufgenommen. Durch das Schweben des Armes in der Luft kommt die Armlevitation nach Herstellung der Armkatalepsie besonders leicht in Gang. Achten Sie bei der Katalepsie darauf, dass Sie das Handgelenk des Hypnotisanden ganz leicht zwischen Ihren Mittelfinger und den Daumen nehmen. Üben Sie bei der Herstellung der Armkatalepsie keinen festen Druck aus, sondern halten Sie das Handgelenk so sanft wie Sie die zerbrechliche Schale eines ausgeblasenen Eies halten würden und bitten Sie gleichzeitig den Hypnotisanden, Sie anzuschauen.

Die durch das Unterbewusstsein umgesetzten Bewegungen bei der Armlevitation erscheinen meist klein, tickend und roboterartig. Durch Bewusstmachung der eintretenden Suggestionen wird deren Wirkung nochmals deutlich verstärkt. Aus diesem Grund wird der Hypnotiseur bei der Wahrnehmung der ersten motorischen Reaktionen des Hypnotisanden auf seine Suggestionen diese verbal aufgreifen und an seine weiteren Suggestionen koppeln.

Hier finden Interessierte, die Hypnose online lernen möchten, eine Anleitung zur Durchführung einer Armlevitation. Die Durchführung der Armlevitation ist ungefährlich, erfolgt aber in jedem Fall auf die Verantwortung des Hypnotisierenden. Führen Sie die Armlevitation und Hypnose nur durch, wenn Sie bereits profunde Hypnosekenntnisse haben, alle möglichen Kontraindikationen ausgeschlossen und das Einverständnis des Hypnotisanden zur Hypnose eingeholt haben. Hypnotisieren Sie nur psychisch und körperlich gesunde Menschen.

Fragen Sie den Hypnotisanden, ob er bereit ist, in eine Hypnose zu gehen. Fragen Sie den Hypnotisanden vor der Armlevitation, ob es für ihn in Ordnung ist, Ihnen seinen Arm für den Zeitraum der Hypnose auszuleihen. Bitten Sie den Hypnotisanden die Augen zu schließen und einfach geschehen zu lassen. Sagen Sie dem Hypnotisanden, dass Sie sich nun seinen Arm ausleihen werden. Bringen Sie den Arm des Hypnotisanden in eine kataleptische Stellung. Sobald der Arm kataleptisch ist, beginnen Sie mit Suggestionen des Höhersteigens und der Leichtigkeit. Stellen Sie sich dabei ganz lebendig vor, wie der Arm immer höher und höher steigt und formulieren Ihre Suggestionen sehr lebendig, geradezu übertrieben betont. Das Wort, das Sie suggerieren, muss durch Ihre Betonung seine Bedeutung an das Unterbewusstsein des Hypnotisanden vermitteln. Seien Sie selbst davon überzeugt, dass der Arm gleich immer leichter wird und immer höher steigt. Benutzen Sie Suggestionen wie „Dein (linker/rechter) Arm wird immer leichter und leichter. Gaaaanz leicht. Er steigt immer höher und höher. Immer höher und höher. Er steigt. Er wird leichter. So leicht wie eine Feder. Federleicht. Herrlich leicht.“ Wiederholen Sie diese Suggestionen immer und immer wieder bis es zu der gewünschten motorischen Umsetzung kommt.

Wenn Sie den Arm ein deutliches Stück zum Steigen gebracht haben, dann haben Sie erfolgreich eine Armlevitation durchgeführt. Sagen Sie dem Hypnotisanden, dass sein Arm sich wieder ganz normal anfühlt und dass er gleich aus der Hypnose herauskommen wird. Bitten Sie den Hypnotisanden, seine Augen zu öffnen und sagen Sie ihm, dass er wieder wach und frisch ist und dass die Hypnose beendet ist. Lassen Sie dem Hypnotisanden nach der Armlevitation genügend Zeit, um wieder zu sich zu kommen. Je nach Trancefähigkeit können manche Menschen schon während einer simplen Armlevitation tiefe Hypnosezustände erreichen.


Katalepsie und Hypnose



Unter Katalepsie versteht man das mühelose Verharren in passiv oder aktiv eingenommenen Körperhaltungen. Die Katalepsie stellt ein Trance- Phänomen dar, welches sich bei den meisten hypnotisierten Menschen von alleine, also ohne Gabe einer Suggestion einstellt. Im Rahmen einer Hypnosebehandlung kann die Katalepsie genutzt werden, um eine Hypnose herbeizuführen oder zu vertiefen. Der Hypnotiseur kann die Katalepsie suggerieren oder durch Berührung auslösen.

Sehr bekannt und weit verbreitet ist die Armkatalepsie, bei der der Arm des Hypnotisanden mühelos in der Luft schwebt und für einen langen Zeitraum wie schwerelos dort verharrt. Häufig wird die Armkatalepsie im Anschluss an eine Armlevitation durchgeführt. Die Armkatalepsie wird regelmäßig im Rahmen von Zahnarzthypnose, therapeutischer Hypnose und auch bei der Bühnenhypnose eingesetzt.

Die kataleptische Brücke findet man ausschließlich bei der Showhypnose. Bei der kataleptischen Brücke wird dem Hypnotisanden suggeriert, dass sein ganzer Körper fest und steif sei wie ein Brett. Genau genommen handelt es sich hierbei nicht um eine Katalepsie, sondern um Suggestionen der Festigkeit und der Steife, die wortwörtlich durch extreme Muskelanspannung umgesetzt werden. Dann wird der Hypnotisand, dessen ganzer Körper sich nun in einem Zustand extremer Steife befindet, mit dem Kopf und den Füßen auf zwei Stühle gelegt, die sich entsprechend der Körperlänge voneinander entfernt befinden. Durch die Umsetzung der Suggestionen von Festigkeit und Steife kann der Hypnotisand nun wie ein Brett nur mit dem Hinterkopf und den Fersen auf den Stühlen liegen. Im normalen Wachzustand wäre es für einen Untrainierten kaum möglich, diesen Zustand auch nur wenige Sekunden zu halten. Die kataleptische Brücke ist insofern eine Demonstration, die zeigt, dass man mit Hypnose Körperfunktionen herstellen kann, die im Wachzustand unmöglich wären. Aufgrund der Verletzungsgefahr für den Hypnotisanden führen gewissenhafte Hypnotiseure die kataleptische Brücke jedoch nicht durch.

Bei der Suggestion von Katalepsie suggeriert man, dass beispielsweise der Arm bei Anheben von alleine in der Luft stehen bleibt. Suggeriert man, dass der Arm fest und steif ist und sich nicht mehr bewegen lässt, dann suggeriert man keine Katalepsie mehr, sondern eben Festigkeit und Steife. Häufig wird dies als Katalepsie bezeichnet, obwohl dies nicht zutreffend ist.

Die Fingerkatalepsie kann im Rahmen des ideomotorischen Signalisierens beobachtet und als Indiz für das Gelingen des ideomotorischen Signalisierens benutzt werden. Das ideomotorische Signalisieren, das Sprechen mit dem Unterbewusstsein über Fingerzeichen des Hypnotisanden, lernen Sie bei mir in der Intensivausbildung Therapeutische Hypnose.

Häufig wird im Rahmen der Hypnose auch von Augenkatalepsie gesprochen, wobei hier gemeint ist, dass der Hypnotisand suggeriert bekommt, dass sich seine Augen sich nicht mehr öffnen lassen. Eine Katalepsie im engeren Sinne, also das passive Verharren in eingenommenen Körperhaltungen, ist die Augenkatalepsie jedoch nicht. Die Augenkatalepsie wird häufig als Challenge- Suggestion bzw. als Convincer („Überzeuger“) genutzt, um logisch arbeitende Hirnareale in ihrer Aktivität zu vermindern. Das Benutzen von Challenge- Suggestionen und Convincern können Sie bei mir bereits im ersten Kurs meiner Hypnose- Ausbildung in Hamburg und Berlin, der Grundausbildung Hypnosetechniken erlernen.

Möchte man eine Katalepsie durch Berührung herstellen, dann bringt man zum Beispiel den Arm des Hypnotisanden in eine bestimmte Stellung und hält diesen ganz sanft ausbalanciert genau in dieser Stellung. Dabei sollte man den Hypnotisanden intensiv anschauen, um die Hypnose ins Laufen zu bringen. Bei der Berührung, die zur Katalepsie des betreffenden Körperteiles führen soll, muss darauf geachtet werden, auf keinen Fall zu fest zu halten, sondern wirklich nur ganz sanft auszubalancieren. Während der Hypnose- Ausbildung in Hamburg und Berlin bringe ich meinen Teilnehmern durch Demonstration die richtige Intensität der Berührung bei. Hat man einmal die richtige Intensität bei der Berührung für die Katalepsie raus, klappt es immer wieder.


Direkte und indirekte Hypnose

Wer im Internet recherchiert, wird früher oder später über die „autoritäre Hypnose“ und die „Hypnose nach Milton Erickson“ stoßen. Der Beginner fragt sich mit Sicherheit, ob er die Hypnose nach Milton Erickson oder die klassische, direkte Hypnose lernen soll. Welche Form der Hypnoseausbildung ist wohl effektiver? Mit welcher Form kann der beginnende Hypnotiseur sich am meisten identifizieren? Wo liegen die Unterschiede? Der folgende Artikel bezieht sich auf den Unterschied beider Verfahren hinsichtlich der Hypnose- Einleitung, der sogenannten Hypnoseinduktion, damit der Leser sich ein Bild davon machen kann, wie weit die Methoden allein in diesem Bereich schon auseinandergehen.

Vorweg mein Statement: der beste Hypnotiseur verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz bezüglich direkter und indirekter Formen der Hypnose und weiß genau, welche Induktions- und Hypnosetechnik für den entsprechenden Hypnotisanden am besten geeignet ist. Mit direkten Verfahren erreicht man schneller eine erhöhte Suggestibilität und eine bedeutend tiefere Hypnose als mit indirekten Verfahren. Indirekte Verfahren sollten dann eingesetzt werden, wenn man mit direkten Verfahren Abwehr erzeugt oder die Persönlichkeitsstruktur und die Lebensereignisse des Hypnotisanden ahnen lassen, dass ein starkes Kontrollbedürfnis besteht. Auch bei Hypnotisanden mit schlechter Trancefähigkeit sind indirekte, übende Verfahren vorzuziehen. Fazit: Die Hypnose muss bezüglich der Induktion, bezüglich der Anwendung und der Trancetiefe dem Hypnotisanden angepasst sein.

Ich beginne mit zwei Beispielen aus meiner Hypnosepraxis die sich auf die Hypnose- Induktion beziehen, um verständlich zu machen, dass die Hypnoseinduktion sich mit der Erwartungshaltung des Hypnotisanden decken sollte, um keine Abwehr zu erzeugen. Wenn man dies nicht beachtet können sowohl direkte als auch indirekte Verfahren zur Abwehr führen und damit das Erreichen einer arbeitbaren Trancetiefe verhindern.

Das erste Beispiel zeigt, wie mit einer indirekten Induktion Abwehr erzeugt wurde, obwohl indirekte Verfahren genau dies umgehen sollten. Ein Patient kommt in meine Praxis, um sein Stottern mit Hypnose behandeln zu lassen. Er ist äußerst skeptisch, ob er überhaupt hypnotisierbar ist, denn in der Vergangenheit hätte dies nicht funktioniert. Auf mein Nachfragen gibt er an, bereits als 13- jähriger Hypnose gegen das Stottern versucht zu haben, aber es hätte nicht geklappt. Der Hypnotiseur hätte ihm gesagt, er sollte die Augen schließen und sich vorstellen, er sei auf einem Hippie- Festival. Es würde die ganzen Leute um sich herum sehen, würde die Musik spielen hören und er würde alles genau wahrnehmen. Dies habe nicht funktioniert, weil er es sich nicht vorstellen konnte, und auch nicht das Gefühl hatte, in der Hypnose zu sein. Retrospektiv merkt der mittlerweile 33- Jährige an, wie soll man sich denn als 13- jähriger ein Hippie- Festival vorstellen, wenn man noch nie da war. Bei genauerem Nachfragen erzählt der Patient von seiner Erwartung, mit dem Pendel in einen Trancezustand versetzt zu werden und dann ganz weg zu sein. Im Rahmen des Vorgespräches erkläre ich ihm, dass man in der Hypnose nicht weg ist, sondern eine erhöhte innere Wahrnehmung hat, also alles was passiert sehr genau mitbekommt. Nach den üblichen Visualisierungs- und Suggestionstests stelle ich fest, dass der Patient eine mäßige Visualisierungsfähigkeit hat und gut auf direkte Schweresuggestionen reagiert. Der Hypnotisand ist ein vor allem kinästhetischer verarbeitender Typ, mit mittelgradig ausgeprägter auditiver Komponente und wenig Visualisierungsfähigkeit. Die Induktion mit dem Pendel und Schweresuggestionen funktioniert gut, an der veränderten Körperwahrnehmung bemerkt der Patient, dass etwas Außergewöhnliches passiert und bei der Fraktionierung (kurzzeitigen Unterbrechung der Trance) halte ich Rücksprache mit ihm. Die veränderte Körperwahrnehmung (Patient fühlte sich so, als ob er in die Couch sinken würde) utilisiere ich im Sinne einer Rückkopplungstechnik und gebe ihm Suggestionen des Tiefersinkens. Das vorherige Erklären, wie sich Trance anfühlt, und dass man eben nicht komplett weg ist, hilft dem Patienten dabei, keine inneren Gegensuggestionen wie „ich bekomme noch alles mit, also bin ich nicht in der Hypnose“ zu entwickeln und sich auf die Hypnose einzulassen. So kommen wir in der ersten Sitzung in eine gute Trancetiefe mit den ersten emotionalen Abreaktionen.

Was hatte der erste Hypnotiseur falsch gemacht:

  1. Er hat sich nicht gründlich genug nach der Hypnosevorstellung des Hypnotisanden erkundigt (Pendelinduktion) und auch nicht individuelle Erwartungen des Patienten korrigiert (Hypnose= Schlaf).
  2. Er hat nicht erkannt, dass der Patient vielmehr kinästhetisch als visuell arbeitet.
  3. Er hat eine indirekte Einleitung gewählt, die der Hypnotisand nicht nachvollziehen konnte oder annehmen wollte (Hippie- Festival). Diese mittlerweile häufig praktizierten Induktionen, nach dem Motto „schließ die Augen und stell dir dies und das vor“ sind keine Hypnose- Induktionen sondern Anleitungen zur bewussten Visualisierung, welche nur manchmal –nämlich bei hochsuggestiblen Hypnotisanden- in tiefere Trancezustände führt. Meistens lässt sich dadurch keine arbeitbare Trancetiefe erreichen. Milton- Erickson hat auf diese Art und Weise auch nicht gearbeitet, daher frage ich mich, weshalb heutzutage diese Induktionen als „Hypnose nach Milton- Erickson gelten“.
  4. Er hat wertvolle, trancevertiefende Techniken ausgelassen: nämlich Wachhypnose im Vorgespräch zum Testen der Suggestibilität, Vortrancen durch Suggestions—und Visualisierungstests, Blickfixation, Katalepsie, Vertiefungssuggestionen um nur einige zu nennen)

Dies ist ein gutes und klassisches Beispiel, wie man mit indirekten Induktionen keine ausreichende Trancetiefe erreicht. Der Therapeut hat den Patienten nicht abgeholt, sondern sein eigenes Ding (indirekte Verfahren, keine adäquate Patientenbeobachtung, keine- vom Patienten erwartete- Hypnosetechnik) durchgezogen und ist damit gescheitert. Und da soll noch einer sagen, dass man mit indirekten Verfahren Widerstände auf jeden Fall vermeidet. Wie Sie gut im Buch „Einführung in die Hypnotherapie“ (übrigens ein empfehlenswertes Buch für Hypnoseeinsteiger) von Herrn Peter lesen können hat Milton Erickson bis zuletzt autoritäre Hypnoseinduktionen wie sogenannte Challenge- Suggestionen angewandt: Du kannst die Augen nicht mehr öffnen und je mehr Du versuchst, die Augen zu öffnen, desto fester schließen sich die Augen“. Ebenso arbeitete er mit Katalepsie, Blickfixation und anderen klassischen Verfahren. Nach meiner Auffassung berufen sich viele Anhänger von Milton Erickson darauf, bloß keinen Widerstand zu erzeugen zu wollen und deshalb indirekt zu arbeiten. Ich sehe die allzeit beschriebene Abwehr gegen direkte Hypnoseinduktionen relativ selten, was an sich auch logisch ist, denn Menschen, die sich für eine Hypnosebehandlung entscheiden, wollen auch in die Trance. Bei Menschen mit Kontrollproblemen, Ängsten und Traumatisierung sieht man jedoch manchmal Widerstände gegen direkte Induktionen, das ist richtig. Genau diesen Menschen sollte man dann auch indirekte Verfahren anbieten können, allerdings müssen diese dann auch passen und eine ausreichende Trancetiefe herstellen. Mein Tipp an alle, die mit Hypnose anfangen: erwarten Sie keinen Widerstand, solange, bis Sie ihn bekommen. Beobachten Sie den Hypnotisanden genau und befragen ihn, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob ein erhöhtes Kontrollbedürfnis besteht. Allen Hypnose- Anfängern rate ich ab, Hypnose bei Menschen zu versuchen, die Ängste oder Kontrollzwänge haben. Machen Sie sich ein Bild davon, welche Erwartung der Hypnotisand von der Hypnose hat. Dort, wo die Erwartung umsetzbar ist, nutzen Sie seine Erwartung für das Herstellen des Trance- Zustandes. Dort, wo seine Erwartungen unrealistisch sind, klären Sie ihn auf, was realistisch ist und führen in genau dorthin.

Das zweite Beispiel stammt auch aus meiner Praxis und zeigt, wie ich mit einer autoritären Hypnoseeinleitung Widerstand erzeugte, weil ich zu schnell in die Tiefenhypnose wollte. Eine wichtige Erkenntnis daraus: der Patient gibt das Tempo vor. Ich habe mir beim Schreiben dieses Textes kurz überlegt, ob es richtig ist, von diesem Fall zu berichten. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es Sinn macht, diese Erfahrung zu veröffentlichen. Wieso? Wo auch immer man über Hypnose(-behandlungen) liest, die Erfolge sind stets umwerfend. Jahrelang Kranke werden in wenigen, am besten in einer Sitzung geheilt. Die Realität kann so aussehen, muss Sie aber nicht. Um Veränderungen zu erreichen muss man bei der Hypnose sehr flexibel sein und verschiedene Wege ausloten, solange bis ein Weg zum Erfolg führt. Kreativität und das flexible Ausloten aller möglichen Wege in der Trance sind nach meiner Erfahrung Dinge, die einen guten Therapeuten ausmachen. Viele Behandlungserfolge entstehen durch ein Weitermachen wenn man eigentlich nicht mehr weiter weiß. So wird man gut. Es ist natürlich toll zu lesen wie Dr. Erickson mit einem Powermove einem Behinderten zu einem tollen Selbstbild verhilft oder zu sehen wie Birgit Lämmle mit einem Satz den Anrufer zur lebensverändernden Erkenntnis verhilft. Von den Fällen, bei denen sich die Therapeuten die Zähne ausgebissen haben oder erst einiges probieren mussten, bis sich ein Erfolg einstellte hört man wenig, weil sie sich weniger spektakulär verkaufen lassen. Aber gerade diese Fälle sind sehr lehrreich und bringen einen voran.

Den folgenden Patientenfall gebe ich stark verkürzt wieder: die 50- jährige Patienten kommt mit dem Wunsch des Abnehmens in meine Praxis. Sie möchte in die Hypnose und ich solle dann dafür sorgen, dass sie weniger isst. Anzeichen, selbst weniger essen zu wollen gibt die Patientin nicht. Das Verhalten gleicht einem trotzigen Kind, das möchte, dass man ihm etwas gibt was es gerne haben möchte. Bei genauer Beleuchtung kommt heraus, dass es nicht nur das Gewicht ist, sondern dass die Frau sich selbst nicht wirklich mag. Wir kommen auf eine Kindheitsproblematik zu sprechen, als Kind war sie einem sehr autoritären Vater unterworfen und wurde extrem stark nach ihren Leistungen beurteilt. Liebe gab es wenig. Zusätzlich besteht aktuell eine starke berufliche Belastung. Über den Job bekommt die Frau die Anerkennung, die ihr die Eltern nicht geben konnten.

Bei den Suggestionsversuchen beginnt die Patientin zu lachen. Das Lachen sieht man relativ oft wenn die Hypnotisanden merken, dass Suggestionen vom Unterbewusstsein umgesetzt werden, sprich sich die Hände durch Suggestionen alleine bewegen. Man kann in diesem Fall ganz normal weitermachen oder kann das Lachen auch utilisieren, indem man sagt „und du lachst, weil du wahrnimmst, das etwas passiert. Das ist völlig ok, also lasse einfach weiter geschehen und genieße…“. Während der Hypnoseeinleitung, die ich relativ flach gestaltete, war die Patientin unruhig, lagerte mehrfach die Arme um etc. Mehrfach unterbrach ich die Trance und setzte sie dann fort. Die Patientin berichtete, dass sie noch viele Gedanken im Kopf habe etc. Mit dem gewählten Verfahren erreichten wir eine mäßige Trance, hypnotisches Erleben war da, denn die Eltern tauchten als zweiköpfige Schlange auf.

Bei der nächsten Sitzung wollte ich eine tiefere Trance erreichen, weil ich noch zu viel Kopfaktivität bei der Patientin wahrnahm und sprach nach Erreichen einer noch relativ flachen Trance die Worte: „Schlaf! Schlaf tiefer und fester aus! Immer tiefer und fester!“ Nach der Hypnose erzählte mir die Patientin, dass sie überhaupt nicht auf diese Befehle eingehen könne und dass sie gemerkt habe, wie sich etwas in ihr sträubte als ich die entsprechenden Schlaf- Suggestionen gab. Was war passiert?
  1. Ich hatte nicht wahrgenommen, wie hoch das Kontrollbedürfnis (sichtbar durch Umlagern der Extremitäten) der Patienten wirklich ist und hatte versucht, zu schnell mit ihr in eine tiefe Hypnose zu gehen.
  2. Ich hatte durch meine direkten Suggestion in ihr eine innere Abwehr ausgelöst, auch denkbar, dass sie in diesem Moment eine Projektion des Vaters auf mich durchführte (eine männliche Person verlangt etwas von ihr, was sie nicht möchte) In diesem Fall ist sie zumindest soweit erfolgreich gewesen, als das sie sich gegen die Erwartungen von außen („Schlaf!“) erfolgreich gewehrt hatte.
  3. Ich hätte die erreichte Trancetiefe akzeptieren sollen und auf der Trancetiefe arbeiten sollen, die für die Patientin adäquat gewesen ist.

Bei diesem Beispiel kann man verschiedene Dinge sehr gut erkennen: Der Hypnotisand entscheidet, wie weit er in Trance gehen möchte, er gibt auch das Tempo vor. Patienten mit hohem Kontrollbedürfnis brauchen flache, langsame Induktionen und können gegen autoritäre Einleitungen mit Abwehr reagieren. Kopfaktivität und Umlagern der Gliedmaßen in einer Trance können Zeichen eines erhöhten Kontrollbedürfnisses sein.

Sie haben somit einen Überblick über zwei Patienten und Schwierigkeiten bei Hypnoseinduktionen bekommen. Können Sie sich vorstellen, nur direkte oder nur indirekte Einleitungsmethoden zu wählen? Ich hoffe nicht, denn meine Botschaft ist: Menschen sind verschieden, deshalb brauchen wir eine Vielzahl von praktikablen direkten und indirekten Hypnosetechniken, um ihnen gerecht zu werden. Und: Zuhören und Suggestionstests helfen, denn dann können wir unsere Hypnoseinduktion am besten am Patienten orientieren.


Hypnose- Einleitungen

Blickfixation mit Atempacing- und Leading

Diese Form der Blickfixation ist eine Modifikation der klassischen Blickfixations- Einleitung, bei der wir die Atembewegung des Hypnotisanden durch die Bewegung unserer Hand aufgreifen und sie nutzen, um die Trance einzuleiten bzw. zu vertiefen.

Als Fixpunkt dient die Kreuzung zweier Linien der Handinnenflächen des Hypnotiseurs. Die Hand wird im Abstand von etwa 70 cm oberhalb des Patienten gehalten und nähert sich langsam der Stirn des Hypnotisanden. Dabei lassen wir die Hand beim Einatmen des Patienten nach oben wandern und beim Ausatmen nach unten wandern. Nachdem wir so die Atembewegungen des Hypnotisanden mit unserer Hand übernommen haben (Pacing), beginnen wir mit dem Näherkommen der Hand und den klassischen Suggestionen (Schweresuggestionen: „Deine Augenlieder werden schwerer und schwerer“ , Blinzelsuggestionen (sobald der Hypnotisand beginnt, zu blinzeln): „Deine Augen blinzeln immer mehr“ , Müdigkeitssuggestionen: „Deine Augenlieder werden müüder und müüder“. Dabei verlangsamen wir die Hoch-Runter- Bewegungen unserer Hand und vergrößern unsere Bewegung. So leiten wir den Hypnotisanden indirekt an, seine Atmung zu vertiefen und zu verlangsamen (Leading). Dadurch beschleunigen wir den Eintritt des Trancezustandes.

Fraktionierte Blickfixation



Bei der fraktionierten Blickfixation handelt es sich um eine Schnell- Induktion, bei der Suggestionen durch Unterbrechung und Wiederaufnahme der Hypnose verstärkt umgesetzt werden und somit die Hypnose zügig vertieft wird.

Prinzip der Fraktionierung: Durch das Unterbrechen eines (angenehmen) Trancezustandes wird das Bestreben der Wiederaufnahme und der Vertiefung der Hypnose durch den Hypnotisanden verstärkt. Stellen Sie sich die Fraktionierung so vor: Man lässt Sie kurz etwas machen, was sich toll anfühlt und bricht den Vorgang dann vorzeitig ab. Was passiert? Sie wollen natürlich weitermachen und so schnell wie möglich zu dem guten Gefühl zurück.

Als Fixpunkt dient die Kreuzung zweier Linien der Handinnenflächen des Hypnotiseurs. Die wird im Abstand von etwa 70 cm oberhalb des Patienten gehalten und nähert sich langsam der Stirn des Hypnotisanden. Wir beginnen mit Schwere- und Blinzelsuggestionen. Stellt sich ein Augenblinzeln ein, bitten wir den Hypnotisanden die Augen zu schließen. Dann arbeiten wir vermehrt mit Wohlfühl- Suggestionen: „Deine Augen sind geschlossen und innen fühlt sich alles wohl und warm an. Du sinkst immer tiefer hinein. Tiefer und tiefer. Ganz wohl und warm. Und die Augen werden noch schwerer. Genau so. Gleich werde ich dich bitten, die Augen zu öffnen und dann werden die Augenlieder noch schwerer und noch müder sein. Bitte jetzt die Augen nochmals öffnen und einen Punkt in meiner Hand fixieren. Noch schwerer. Noch müder. Die Augenlieder werden diesmal noch schwerer und noch müder, usw." [In der Regel werden bei der zweiten Blickfixation die Suggestionen deutlich schneller umgesetzt als zu Beginn der Induktion]. Sobald die Augen sich von alleine geschlossen haben suggerieren wir: „deine Augen sind geschlossen und innen fühlt sich alles noch wohler und noch wärmer an. Du sinkst noch tiefer hinein in dieses angenehme Gefühl. Tiefer und tiefer. Ganz wohl und warm. Und die Augenlieder werden diesmal noch schwerer. Genau so“. Die Fraktionierung kann nun noch ein letztes Mal durchgeführt werden, danach werden die Schweresuggestionen auf die Arme und Beine ausgedehnt und die Hypnose ggf. durch weitere Techniken vertieft.




Ideomotorisches Signalisieren

Als ideomotorisches auch oder unwillkürliches Signalisieren werden Bewegungen bezeichnet, die nicht willentlich von dem Verstand ausgeführt werden, sondern aus dem Gefühl heraus entstehen. Das ideomotorische Signalisieren wird in der Hypnose genutzt, um Verstand und Gefühl voneinander zu trennen und einen möglichst direkten Gefühlszugang zu ermöglichen.

Vielfach wird in der Hypnose mit ideomotorischen Fingerzeichen gearbeitet. Dabei wird zunächst über Suggestionen festgelegt, welcher Finger für eine Ja- Antwort und welcher Finger für eine Nein- Antwort steht. Dabei verwendet man der Einfachheit halber am besten zwei unterschiedliche Finger an derselben Hand, beispielsweise den Zeigefinger und den kleinen Finger. Sind die Fingerzeichen installiert und das Unterbewusstsein, also das Gefühl des Hypnotisanden, gibt dem Hypnotiseur ein Ja- und ein Nein- Zeichen, dann kann die Befragung des Unterbewusstseins beginnen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die beim ideomotorischen Signalisieren erhaltenen Antworten der gefühlten Realität des Hypnotisanden und keiner absoluten Wahrheit entsprechen. Durch die Ja- und Nein- Antworten ist der Austausch von Informationen zudem begrenzt. In der Regel bringt das freie Arbeiten mit dem Unterbewusstsein bessere Resultate, bei manchen Hypnotisanden kann jedoch das ideomotorische Signalisieren einen großen Vorteil bedeuten. Insbesondere bei kopfgesteuerten Menschen und bei Menschen mit wenig Gefühlszugang kann man über die Ideomotorik viel erreicht werden. Ich erinnere mich an einen jungen Patienten mit einem Stress- Tinnitus, den ich nach Installation der Fingerzeichen befragte, ob das Zusammenziehen von ihm und seiner Mutter mit dem neuen Freund seiner Mutter bei ihm Stress auslöse. Er antworte mir verbal nein, während gleichzeitig der Ja- Finger antwortete. Ein gutes Beispiel dafür, wie inkongruent Verstand und Gefühl bei ein- und demselben Menschen sein können.

Ideomotorische Reaktionen

Neben dem ideomotorischen Signalisieren in der Hypnose legt der versierte Hypnotiseur ein Augenmerk auf ideomotorische Reaktionen, die im Rahmen des Vorgespräches und während der Hypnose auftreten. Auch ohne Hypnose neigen viele Menschen dazu, ideomotorische Reaktionen bei bestimmten emotionalen Inhalten zu zeigen. Häufig tauchen diese kleinen, wie Zuckungen anmutenden Bewegungen gerade dann auf, wenn emotional wichtige Themen angesprochen werden. Ideomotorische Bewegungen im Wachzustand sieht man verhältnismäßig häufig im Bereich des Trizeps- Muskels des Oberarmes. Bei diesen ideomotorischen Reaktionen im Wachzustand geht eine Art Zurückzucken durch den Arm, eine leichte Kontraktion des Trizeps- Muskels ist gerade dann besonders gut zu sehen, wenn die Betroffenen kurze Ärmel tragen. Ideomotorischen Bewegungen lassen keine interpretative Schlussfolgerung zu, sondern machen den Beobachter lediglich darauf aufmerksam, dass gerade eine innere emotionale Reaktion unwillkürliche körperliche Bewegungen auslöst.

In der Hypnose sieht man ideomotorische Bewegungen ungleich häufiger als im Wachzustand, weil in Hypnose der Gefühlszugang deutlich stärker ist. Wenn emotionale Themen auftauchen und verarbeitet werden, kommt es bei sehr vielen Hypnotisanden zu ideomotorischen Reaktionen. Die Ideomotorik in Hypnose ist meist deutlich stärker als die Ideomotorik im Wachzustand. In der Hypnose sollte man neben dem Trizeps- Muskel des Oberarmes besonders aufmerksam auf die deutlich feinere Ideomotorik der Streck- und Beugesehnen des Unterarmes achten.

Tipp: Um an sich selbst zu sehen, wie die Beugesehnen des Unterarmes aussehen, wenn es dort zu ideomotorischen Reaktionen kommt, machen Sie zunächst Ihren Unterarm frei. Drücken Sie den Daumen und den Mittelfinger der Hand zusammen als wollten Sie ein Stückchen Papier dazwischen halten und drücken Sie nun mehrfach beide Fingerspitzen fest aufeinander. Bei Betrachtung des Unterarmes sehen Sie feine Muskelkontraktionen an Beuge- und Streckseite des Unterarmes. So sehen feine ideomotorische Reaktionen unter Hypnose am Arm aus.

In der Hypnose kann es auch zu ausgeprägt starken ideomotorische Reaktionen der Beine kommen. Dabei drehen sich die Beine ruckartig nach innen, um sich gleich wieder zu lösen. Diese Bewegung kommt durch Kontraktion bestimmter Beinmuskeln zustande.

Immer dann, wenn Sie ideomotorische Zeichen bei den Hypnotisanden sehen, dürfen Sie versichert sein, dass sich deutlich etwas auf der Gefühlsebene bewegt.

Um ein tiefergehendes Verständnis von Ideomotorik zu erlangen und das ideomotorische Signalisieren kompetent in der Hypnose einzusetzen, können Sie gerne meine Intensivausbildung Therapeutische Hypnose besuchen.


Hypnose und Halluzinationen

Halluzinationen spielen in der Hypnosebehandlung eine bedeutende Rolle. Wenn man sich in Hypnose befindet und beispielsweise eine bestimmte Situation durchlebt dann kann das Gehirn nicht unterscheiden ob das Wahrgenommene real oder eine Halluzination/Imagination ist. Inwiefern dies therapeutisch von Nutzen sein kann möchte ich anhand einiger Beispiele darstellen. In dem letzten Jahr behandelte ich verhältnismäßig viele Patienten mit Angstattacken beim Autofahren. Diese Patienten kamen mit dem Ziel zu mir, ihre Angst beim Autofahren durch Hypnose abzubauen. Eine Behandlung durch Verhaltenstherapie ist bei Angstattacken beim Autofahren nicht gefahrenfrei durchführbar. Also ließ ich die Patienten in der Hypnose "Auto fahren". So konnten sich die Patienten in meiner Praxis gefahrenfrei mit der Angst konfrontieren bis diese sich abgebaut hatte. Danach konnten die Patienten sich in der realen Welt wieder angstfrei in ein Auto begeben und normal Auto fahren. Mit einem Teil der Patienten musste ich noch andere angstauslösende Faktoren behandeln, da es sich bei der Angst vor dem Autofahren um keine reine spezifische Phobie sondern um eine übertragene Angst, die auch aus anderen Lebensbereichen kam, handelte. In allen Fällen war jedoch ein wichtiger Bestandteil der Behandlung die halluzinierte Konfrontation mit dem angstauslösenden Autofahren in einem gefahrenfreien Kontext.

Auch bei der Behandlung unterdrückter Wut kann man Halluzinationen ganz wunderbar einsetzen. Gerade bei Depressionen ist die Behandlung unterdrückter Wutgefühle oft ein entscheidender Faktor. Menschen mit Depressionen neigen dazu, Wut oder andere gesunde Gefühle nicht zuzulassen. Dadurch dass das Gefühl unterdrückt wird, erzeugt es unterschwellig Stress und kann später mit anderen ebenfalls unterdrückten Gefühlen für eine Depression sorgen. Ich behandele Depressionen mit Hypnose so, dass ich meinen Patienten einen Zugang zu den abgespaltenen Gefühlen ermögliche. Wenn beispielsweise ein Teil der Depression dadurch zustande kam, dass der Patient früher geschlagen wurde und sich nicht wehren konnte, dann gehe ich folgendermaßen vor: Ich bringe ihn erst zu den emotionalen Abreaktionen der Gefühle, die mit dem Geschlagenwerden zu tun haben. Dann lasse ich ihn in der Hypnose halluzinieren, so dass er den Spieß nun umdrehen kann und er der Stärkere ist. Durch diese Halluzination verändert sich zusätzlich zu den Abreaktionen die innere Wahrnehmung zum Positiven. Man kann mit der Hypnose nicht ungeschehen machen was den Menschen widerfahren ist, man kann jedoch abgespeicherte Gefühle durch Abreaktionen neutralisieren und durch Halluzinationen die innere Wahrnehmung positiv verändern.

Als drittes und letztes Beispiel eine Patientin, bei der ich in einer Sitzung eine symptomorientierte Behandlung von Schokoladensucht mit Hypnose durchführte. Vielleicht kennen Sie das Phänomen, dass man von einer Speise, die man eigentlich gerne isst, so viel isst, dass sie einem richtig verleidet wird. In der Hypnose behandelten wir die Ess-Sucht folgendermaßen: Die Patientin halluzinierte, dass sie so viel Schokolade essen durfte wie sie wollte. Als sie nicht mehr konnte und wollte, war ihre Aufgabe, immer weiter Schokolade zu essen. Mit immer mehr Widerwillen "aß" sie immer weiter bis ihr fast schlecht wurde. Nach unserer Sitzung hatte die Patientin ihr Verlangen nach Schokolade abgelegt und wir behandelten in weiteren Sitzungen die Ursachen ihrer Sucht. In diesem Fall konnten wir durch die Halluzination des Zuvielessens von Schokolade eine Abneigung gegen Schokolade erzeugen.

Wie Sie sehen unterscheidet unser Gehirn in Trance nicht zwischen Halluzination und Wirklichkeit. Menschen erleben in der Hypnose Halluziniertes als real und das Gehirn speichert die in Trance gemachten Erfahrungen wie real Erlebtes ab. Dadurch ergibt sich eine Vielzahl von Möglichkeiten in der Hypnosebehandlung.






Hypnose und Spiegelneurone

Spiegelneurone sind Nervenzellen im Gehirn von uns Menschen, die bei Wahrnehmung eines motorischen oder sensorischen Vorganges einer anderen Person so reagieren, als würde man selbst den motorischen oder sensorischen Vorgang erleben. Abgesehen von motorisch und sensorisch antwortenden Neuronen besitzen wir auch emotional arbeitende Spiegelneurone, die besonders wichtig für die Arbeit mit Hypnose sind.

Spiegelneurone spielen bei der Vermittlung von Suggestionen eine herausragende Rolle. In meiner Hypnose- Ausbildung in Hamburg und Berlin beginne ich meist in der Grundausbildung Hypnosetechniken mit der Erklärung der Wirkung von Suggestionen. Dabei erkläre ich meinen Seminar- Teilnehmern, dass der erste Schritt bei der Gabe von Suggestionen die eigene Vorstellung ist. Wer bei sich selbst eine lebendige Vorstellung der gewünschten Suggestion erzeugt, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit diese Suggestion dem Hypnotisanden so vermitteln können, dass dieser sie umsetzt. So erkläre ich meinen Seminar- Teilnehmer für die Durchführung der Armlevitation: Eure Suggestionen müssen die Leichtigkeit, die ihr dem Hypnotisanden vermitteln möchtet, ausdrücken. Stellt Euch selbst vor, wie der Arm immer leichter wird und dabei immer höher steigt. Stellt es Euch ganz lebendig und deutlich vor und vermittelt Eure eigene Vorstellung dem Hypnotisanden.

Ich mache also nicht anderes, als die Teilnehmer meiner Hypnose- Ausbildung dazu zu animieren, selbst eine gefühlsintensive Vorstellung ihrer Suggestionen zu entwickeln und diese dem Hypnotisanden zu vermitteln. Hirnphysiologisch gesehen, rege ich die Teilnehmer der Hypnose- Seminare also dazu an, die Aktivität von Hirnarealen, die für die Gefühlswahrnehmung verantwortlich sind, zu erhöhen. Dadurch, dass sich der Hypnotiseur etwas lebendig vorstellt und ein Gefühl dazu entwickelt, reagieren die Spiegelneurone des Hypnotisanden und entwickeln eine ähnliche Aktivität wie das Gehirn des Hypnotiseurs. Folglich werden die Hirnareale, die für das Fühlen des Hypnotisanden verantwortlich sind, aktiviert und die Hypnose tritt ein. Hypnose ist nichts anderes als vermehrtes Fühlen unter gleichzeitiger Unterdrückung des logischen Denkens.

Tipp zur Hypnose und Spiegelneuronen

Bitten Sie einen Freund/eine Freundin, die Augen zu schließen und der von Ihnen beschriebenen Vorstellung zu folgen. Stellen Sie sich selbst nun etwas Angenehmes intensiv vor und beschreiben Sie Ihrem Gegenüber ganz detailliert, was passiert und was Sie wahrnehmen. Nachdem Sie dies eine zeitlang getan haben, bitten Sie Ihr Gegenüber die Augen wieder zu öffnen und fragen, was der andere wahrgenommen hat. Wenn er/sie eine angenehme innere Wahrnehmung bemerkte, Bilder sah oder Körperreaktionen auf Ihre Beschreibung hin entwickelte, war Ihr Gegenüber bereits in Hypnose.

Spiegelneurone und Hypnosetherapie

Bei der Hypnosetherapie ist ein hohes Maß an emotionaler Kompetenz und Empathie gefragt. Die Patienten, die mich für eine Hypnosetherapie in Hamburg aufsuchen, leiden häufig stark unter ihrem emotionalen Zustand. Im Gegensatz zum Hypnose- Coaching, bei dem es häufig um Persönlichkeitsentwicklung oder berufliche Zielsetzungen von Menschen geht, ist der emotionale Leidensdruck, der Krankheitsgrad bei therapeutischen Patienten meist ungleich höher.

Spiegelneurone spielen bei Hypnosetherapie insofern eine bedeutende Rolle, als dass sie den Therapeuten dabei helfen, den Gefühlszustand der Patienten nachzuempfinden und diesen mit Empathie zu begegnen. Gerade Therapeuten mit gesunder emotionaler Verarbeitung und ausgeprägten emotionalen arbeitenden Spiegelneuronen können sich besonders leicht in ihre Patienten hineinversetzen - und helfen. Während der Hypnose sind Hypnotiseur und Hypnotisand emotional eng miteinander verbunden und die Spiegelneurone sind besonders aktiv. Dies bedeutet auch, dass man als Hypnotiseur mit in die Hypnose hineingeht und die Gefühle der Hypnotisanden besonders intensiv wahrnimmt, nämlich über die eigenen Spiegelneurone. Dieses Mitfühlen mit den Wahrnehmungen der Hypnotisanden in Hypnose ermöglicht dem Hypnotiseur einen Blick in die Gefühlswelt von Menschen mit psychischen Problemen wie kein anderes Verfahren. Allerdings setzt diese intensive Annäherung an das Fühlen der Patienten emotionale Stabilität der Therapeuten voraus. Im Laufe ihrer Entwicklung lernen die Hypnosetherapeuten und Hypnosetherapeutinnen die richtige Entfernung zu den Gefühlen der Hypnotisanden zu entwickeln: nahe genug, um nachzuvollziehen, was die Hypnotisanden fühlen und was in diesem Moment am meisten helfen kann, und weit genug weg, um aus einer Position der Stärke heraus unterstützen zu können.

Beispiele für die Wirkung von Spiegelneuronen:

1. Beispiel: Sie haben einen tollen Tag und sind besonders gut gelaunt. Interessanterweise sind die Menschen um Sie herum heute besonders freundlich und ebenso gut gelaunt.

Erklärung:

Sie haben die Menschen mit Ihrer guten Laune angesteckt und die Spiegelneurone der Menschen um Sie herum imitieren Ihren positiven Gefühlszustand.

2. Beispiel: Eine Mutter lächelt ihr Baby an, das Baby lächelt zurück.

Erklärung:

Die Spiegelneurone des Babys, die auf die Mimik der Mutter reagieren, lösen das Lächeln des Babys aus. Es lernt, die Gefühle und die damit verbundenen Körperreaktionen der Mutter selber zu empfinden.

3. Beispiel: Bei einem Oboen- Konzert setzt sich ein Mann in die erste Reihe und beißt herzhaft in eine gelbe, saure Zitrone hinein. Sein Gesicht ist völlig verzerrt durch die Wahrnehmung des sauren Zitronengeschmackes. Die Oboen- Spieler entwickeln darauf so viel Speichelfluss, dass sie nicht mehr normal weiterspielen können.

Erklärung:

Die Spiegelneurone der Oboen- Spieler haben auf das Gefühlserlebnis des Mannes, der in die saure Zitrone beißt, reagiert. Genau so, als hätten sie selbst in die Zitrone gebissen. Eine entsprechende Antwort des Gehirns löste den Speichelfluss aus. Haben Sie selbst beim Lesen ein leichtes ziehen in Ihren Backentaschen wahrgenommen? Wenn ja, dann haben Ihre eigenen Spiegelhormone auf die Geschichte reagiert und eine entsprechende hirnphysiologische und körperliche Antwort ausgelöst.


Mit Suggestionen testen

Sagen wir, Sie haben bereits einige Erfahrungen mit Hypnose sammeln können. Sie wissen bereits, dass man durch die Hypnoanalyse auflösend oder mit der Suggestionshypnose symptomorientiert arbeiten kann. Sie wissen, dass beide Verfahren wertvolle Instrumente einer Hypnosebehandlung sein können und beherrschen beide Formen der Hypnose. Nun begegnen Sie einem Menschen der Ihre Hilfe braucht und Sie wissen nicht, ob Sie mit Hilfe der Hypnoanalyse oder lieber mit einer Suggestionshypnose arbeiten sollen.

Haben Sie schon mal daran gedacht, Suggestionen als Test zu verwenden und Ihr weiteres Vorgehen in der Trance von der Reaktion des Hypnotisanden abhängig zu machen? Wahrscheinlich nicht, denn auch ich habe während meiner Recherchen in der Hypnose- Literatur noch nie darüber gelesen.

Während der Arbeit in meiner Hypnose- Praxis in Hamburg fiel mir während einiger Hypnosebehandlungen auf, dass manche Menschen mit einem Selbstwertproblem auf meine Suggestionen der Selbstannahme angenehme Gefühle entwickelten während andere in Tränen ausbrachen. Bei den Menschen, die in Tränen ausbrachen, ging ich auf diese ein und fragte nach deren Wahrnehmungen. Stets zeigte sich, dass bei den Menschen, die als Reaktion auf die gutgemeinten Suggestionen weinten, plötzlich gekränkte Gefühle ausbrachen und es zu Abreaktionen kam.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen mit dem Hypnotisanden an einer Wegkreuzung und wissen nicht genau wie es weitergehen soll. Geben Sie eine Reihe von Suggestionen und befragen Sie nach einer Wartezeit von etwa einer Minute, welche innere Wahrnehmung der Hypnotisand in diesem Moment hat. Die Reaktion des Hypnotisanden weist Ihnen den Weg. Werden die Suggestionen umgesetzt, erfolgt also eine innere Zustimmung, dann gehen Sie weiter den Weg der Suggestionshypnose. Auch wenn eine Reihe zu den Suggestionen konträren Erfahrungen und Gefühlen vorliegt, greift meist das All-For-One-Prinzip bei der das Gehirn die Wertigkeit der in der Hypnose gemachten Erfahrung höher einstuft als die anderen bisher gemachten Erfahrungen. Erfolgt bei dem Hypnotisanden jedoch eine Gegenreaktion im Sinne einer Abreaktion, dann gehen Sie auf ihn ein, trösten, unterstützen und hören Sie ihm zu, kurzum arbeiten erst mal hypnoanalytisch weiter.

Genau genommen können wir Suggestionen dazu einsetzen, um emotionale Konflikte beim Hypnotisanden anzustimulieren und eine emotionale Abreaktion in Gang zu bringen. Mein Tipp: Nutzen Sie gezielt Suggestionen als Test. Bleiben Sie in jeder Trance beweglich und nutzen Sie sowohl Hypnoanalyse als auch Suggestionen und gehen Sie dabei mit dem Hypnotisanden jeweils den Weg der Ihnen in diesem Moment am fruchtbarsten erscheint.




Der hypnotische Prozess

Wenn Sie planmäßig Hypnosen herstellen und damit Hypnotisanden in den Hypnosezustand versetzen können, dann stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Obwohl der Löwenanteil der Hypnoseliteratur darauf fokussiert wie man den Zustand der Hypnose herstellt, stellt das Herbeiführen des Trancezustandes nur einen verhältnismäßig kleinen Teil einer Hypnose dar und der größte Teil einer Hypnose besteht darin, das hypnotische Erleben zu stimulieren und für das Wohlergehen des Hypnotisanden nutzbar zu machen.

Um metaphorisch zu sprechen: Wenn Sie den Zustand der Trance bei einem Hypnotisanden hergestellt haben, dann sitzen Sie im Auto ohne losgefahren zu sein. Nun stellt sich die Frage, wie Sie das Auto zum Laufen bringen und wo es hingehen wird. Der Trick besteht darin, durch seine eigenen Worte den hypnotischen Prozess anzustoßen. Als Hypnotiseur müssen Sie sozusagen lernen, den Schlüssel im Schloss umzudrehen und die Zündung zu starten.

Ein sehr wichtiger Aspekt ist die Wahrnehmung markierter Wörter im Vorgespräch. Wenn beispielsweise der Patient im Vorgespräch sagt: „ich habe immer solche Angst wenn ich alleine bin.“, dann kann man den hypnotischen Prozess leicht in Gang bringen, indem man sagt: „Du hast mir berichtet, du hast immer so eine Angst wenn du alleine bist. Ich frage mich welche Wahrnehmung bei Dir entsteht, wenn ich diese Angst alleine zu sein anspreche“ - (warten bis Hypnotisand beginnt, über seine innere Wahrnehmung zu berichten). Dabei markiert man die im Vorgespräch durch den Hypnotisanden markierten Worte dadurch, dass man diese besonders betont ausspricht. Vom Prinzip her ein bisschen wie ein Papagei, der gelernt hat gut hinzuhören und genau nachzusprechen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Kopplung einer motorischen Suggestion an das Auftauchen eines Gefühls. Dabei handelt es sich im weiteren Sinn um eine Koppel- Suggestion deren Anwendung Sie bei mir in der Grundausbildung Hypnosetechniken erlernen können. Wenn beispielsweise die Armlevitation bereits eingesetzt hat, kann man als Hypnotiseur sagen: „Dein Arm steigt immer höher und höher. Mit dem Höhersteigen Deines Armes wird gleich eine wichtige innere Wahrnehmung aufsteigen. Wenn Deine Wahrnehmung beginnt und das Unklare klarer wird, kannst Du mir sagen was genau Du wahrnimmst.“ In diesem Fall stimuliert man nicht gezielt eine bestimmte hypnotische Wahrnehmung wie bei dem ersten Beispiel an, sondern lässt offen, welche Wahrnehmung erscheint. Diese Form der freien Trance ist sehr produktiv gerade bei Menschen die bereits Tranceerfahrungen gemacht haben, weil man den Hypnotisanden nicht durch sein eigenes Zutun auf ein Thema oder eine Gefühlswahrnehmung bringt, sondern dessen Unterbewusstsein frei entscheiden lässt, welches Thema erscheint.

Wenn der Hypnotisand in Folge Ihrer Stimulation nun an eine Gefühlswahrnehmung, ein inneres Bild oder eine Körperreaktion herankommt, dann haben Sie das Auto erfolgreich gestartet und können jetzt losfahren. In welche Richtung es nun geht, werden Sie merken wenn Sie aufmerksam zuhören und den Hypnotisanden bei seinem hypnotischen Prozess begleiten.


Die dominante Erfahrung

Wenn wir Menschen intensive Gefühls- Erfahrungen durchleben, dann prägen sich diese Erfahrungen ein und bestimmen unser emotionales Empfinden. Wenn diese Erfahrungen positiv sind, dann stärken sie das Wohlempfinden und das Selbstwertgefühl. Sind diese Erfahrungen negativ, dann entstehen belastende Gefühle wie beispielweise das Gefühl der Minderwertigkeit. Gerade wenn eine Vielzahl von negativen Erfahrungen durchlebt wurde, dominieren diese häufig die Wahrnehmung der Betroffenen, verhindern ein Wohlfühlen und blockieren positive Wahrnehmungen.

Die Erfahrungen, die ich in meiner Praxis für ärztliche Hypnose in Hamburg gesammelt habe, zeigen, dass man ursachenorientiert die negativen Gefühle abarbeiten kann oder in der Hypnose eine innere Wahrnehmung erschafft, die so positiv ist, dass die bisher gemachten negativen Erfahrungen in den Hintergrund treten. Oft ist eine Kombination aus beiden Verfahren die beste Lösung: man arbeitet zunächst die belastenden Erfahrungen ab und schafft dann eine positive innere Wahrnehmung. Interessanterweise kann dabei eine in der Hypnose gemachte Erfahrung so prägend sein, dass diese zur vorherrschenden und damit zur prägenden Erfahrung wird. Alle bisher gemachten Erfahrungen können durch eine einzige Erfahrung ersetzt werden. Dieses Phänomen nenne ich Phänomen der dominanten Erfahrung, weil die eine in der Hypnose gemachte Erfahrung die anderen Erfahrungen, real gemachten Erfahrungen, ersetzt.

Dass eine in Trance gemachte Erfahrung stärker wiegen kann als viele real durchlebte Erfahrungen, verdanken wir dem Umstand, dass in der Hypnose eine erhöhte Suggestibilität (Aufnahmebereitschaft) besteht. Durch die in der Hypnose stark erhöhte Suggestibilität wirkt die in der Hypnose gemachte Erfahrung so intensiv, dass die anderen real erlebten Erfahrungen verblassen. Unser Gehirn räumt der in der Hypnose gemachten Erfahrung die höchste Priorität ein.

Ich erinnere mich an einen Patienten, der wegen einer Redeangst zu mir kam und sich mit Hypnose behandeln lassen wollte. Ich entschied mich intuitiv dafür, zunächst nicht hypnoanalytisch, also auflösend zu arbeiten, sondern mit einer positiven Wahrnehmung zu beginnen. In der Hypnose gab ich dem Unterbewusstsein des Patienten den Auftrag, eine Wahrnehmung zu erschaffen, die es ihm ermöglicht, mit einem angenehmen Gefühl vor Menschen zu sprechen. In der Hypnose sah sich der Patient als Sprecher eines Fußballstadions, der alle Anwesenden als seine Freunde begrüßte. Diese extrovertierte Wahrnehmung seiner Persönlichkeit war komplett konträr zu seiner bisherigen Selbstwahrnehmung und zeigte eine nachhaltige Wirkung.

Diese relativ kurze, aber intensive Sequenz veränderte das Auftreten des Patienten auf eine ganz wundervolle Art. Er konnte auf einmal viel besser vor anderen Menschen sprechen und entwickelte eine positive Wahrnehmung im sozialen Umgang. Obwohl die bisher gemachten sozialen Erfahrungen den Patienten eher ängstlich geprägt hatten, hat die eine in der Hypnose durchlebte Szene so stark auf ihn gewirkt, dass er sich ab diesem Moment wie befreit fühlte und infolgedessen seine Redeangst mit Hypnose los wurde.

Auch wenn lange nicht jede Behandlung so einfach und schnell abläuft, so wird an diesem Beispiel deutlich, wie stark das in der Hypnose Erlebte die bisher gesammelten Erfahrungen wett machen kann und den Menschen dabei hilft, positive innere Wahrnehmungen zu entwickeln. Durch die positiven inneren Wahrnehmungen verändern sich Ausstrahlung und Handeln. Dadurch werden auch in der Realität vermehrt positive Erfahrungen gesammelt. Der Kreislauf der positiven Entwicklung nimmt somit seinen Gang, ausgehend von einer kurzen intensiven Sequenz in der Hypnose.


Lachflash durch Hypnose