Hypnose - Ein Überblick



Was ist Hypnose?

Hypnoanalyse

Suggestionshypnose und Hypnoanalyse

Angst vor Hypnose

Showhypnose

So fühlt sich Hypnose an

Suggestionen

Voraussetzungen für Hypnose

Warum Hypnosetherapie so erfolgreich ist

Wirkkraft der Hypnose

Hypnose und Träume

Hypnose- Entwicklung von innen

Hypnoseausbildung und Persönlichkeitsentwicklung

Kontraindikationen



Was ist Hypnose?

Hypnose ist eine Methode, um Trance-Zustände zu erreichen. Gelegentlich werden die Begriffe Trance und Hypnose gleichgesetzt, wobei Hypnose genaugenommen die Art ist, wie man in die Trance gelangt. Trance bedeutet, nicht im "normalen Wachzustand" zu sein, sondern in einem Zustand, der einem die Kommunikation mit dem Unterbewußtsein erlaubt. Trancezustände bestehen seit dem Anfang der Menschheitsgeschichte z.B. in Form von Tänzen und jeder Mensch befindet sich täglich für eine gewisse Zeit in (meist leichten) Trancezuständen z.B. bei langen Autofahrten, beim Lesen eines Buches oder beim Kinobesuch. Was passiert denn nun genau bei einer Hypnose? Am besten finde ich folgende Metapher: Man stellt sich das Bewußtsein wie einen Riegel eines Schloßes vor, der während der Trance aufgeschoben wird und Zugang zu dem darunterliegenden Unterbewußtsein gewährt. In den unbewußten Erinnerungen liegt die Kraft für Veränderung und Aufarbeitung geschehener Dinge. Dabei ist der Riegel nur an den Rande geschoben, aber jederzeit funktionstüchtig, sie bekommen also genau mit, was während der Hypnose passiert. Gerade für Veränderungsarbeit ist es wichtig zu wissen, dass der Verstand während der Hypnose nicht ausgeschaltet wird, sondern aktiv in den Dialog mit dem Unterbewußtsein treten kann. Interessanterweise denken viele Menschen, dass Hypnose ausschließlich im Liegen durchgeführt werden kann und das dabei alles ganz still sein muss. Hypnose kann jedoch ebenso im Stehen oder Sitzen praktiziert werden, in manchen Fällen ist dies dem liegenden Verfahren sogar überlegen. In der Praxis werden die Klienten es als angenehm empfinden, wenn Hypnose in einem ruhigen und vertrauten Rahmen durchgeführt wird, ist es jedoch rein theoretisch auch möglich unter Lärm etc. hypnotisiert zu werden. Während einer Hypnose können die Hypnotisanden (die "Hypnotisierten") auch sprechen und Tätigkeiten ausführen ohne aus der Trance zu erwachen. Diese Fähigkeiten werden vor allem in der analytischen Hypnosetherapie genutzt.

Hypnoanalyse

Die Begriffe auflösende Hypnose, aufdeckende Hypnose und Hypnoanalyse werden synonym verwendet. Die Hypnoanalyse stellt eine spezielle Form der Hypnosebehandlung dar, bei der in der Trance mit dem Hypnotisanden gesprochen wird und so emotionale Probleme bearbeitet werden. In der Durchführung ist die Hypnoanalyse deutlich anspruchsvoller als die reine Suggestionshypnose, bei der die Hypnotiseure ausschließlich Suggestionen an die Hypnotisanden geben.

Die Hypnoanalyse wird genutzt, um tiefergehende emotionale Probleme in der Trance zugänglich zu machen und aufzulösen. Die bei der Hypnoanalyse behandelten Gefühle können im Wachzustand bewusst oder unbewusst vorliegen. Das bedeutet, dass manche Gefühle bereits von den Betroffenen im Wachzustand bemerkt und reflektiert werden können, während manche Gefühle erst in der Hypnose auftauchen. Ein häufiger Satz, den man nach einer Hypnoanalyse von den Hypnotisanden hört, ist: „das hätte ich jetzt aber nicht gedacht.“ Obwohl der Erkenntnisgewinn über unbewusste Gefühle ein interessantes Phänomen ist, wird der therapeutische Effekt der Hypnoanalyse vorrangig durch die später im Text genauer erläuterten Abreaktionen bedingt.

Die Hypnoanalyse ist ein hocheffektives psychotherapeutisches Verfahren, mit dessen Hilfe Depressionen, Angststörungen, Selbstwertprobleme, Übergewicht und andere Erkrankungen der Psyche zeitsparend und nachhaltig behandelt werden können.
Der therapeutische Effekt, der die Hypnoanalyse maßgeblich bedingt, beruht vor allem auf emotionalen Abreaktionen. Emotionale Abreaktionen sind Gefühlsausbrüche, bei der belastende Emotionen in der Hypnose zugänglich gemacht werden und abgebaut werden. Meist handelt es sich dabei um Emotionen, die durch Verdrängung und Mangel an adäquater Möglichkeit zur Verarbeitung jahrelang von den Betroffenen mit sich herumgeschleppt werden und verschiedene Symptome auslösen können, solange bis sie erfolgreich behandelt werden. Viele Krankheitsbilder bedürfen emotionaler Abreaktionen, um nachhaltig aufgelöst zu werden.

Die in der Hypnose gesteigerte Fähigkeit zur (emotionalen) Erinnerung führt die Hypnotisanden und Therapeuten während der Hypnoanalyse zielsicher zu den zugrunde liegenden Problemen. Dabei spielt die Verarbeitung unterdrückter Gefühle aus der Kindheit bei vielen therapeutischen Behandlungen mit Hypnoanalyse eine zentrale Rolle. Während der Hypnoanalyse werden die unterdrückten kindlichen Gefühle zugänglich gemacht und mit Unterstützung des Hypnosetherapeuten aufgelöst. Diese Arbeit ist sehr intensiv und erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Geschick des Hypnotiseurs. Gefühlsprovokation, Perspektivenwechsel, Refraiming, Dissoziation und viele andere Hypnose- Tools helfen dabei, den Hypnotisanden sicher durch die Trance und erfolgreich zur Ausheilung emotionaler Konflikte zu führen.

Nach emotionalen Abreaktionen berichten die Hypnotisanden häufig über das Gefühl der Erleichterung. Erstaunlicherweise bewegt sich nach einer Hypnoanalyse sehr viel im Leben der Betroffenen in den positiven Bereich, ohne dass man die Patienten bewusst zu anderen Handlungen anleiten müsste. Die mit der auflösenden Hypnose einhergehende emotionale Entlastung führt automatisch zur Verbesserung der Symptome und alternativen, gesunden Handlungsweisen. Auch negative Glaubenssätze, die meist eng mit belastenden Gefühlen verbunden waren, lösen sich mit der Hypnoanalyse auf und die Patienten ändern ihre bislang negative Einstellung zu sich selber.

Obwohl sich die Hypnoanalyse von der reinen Suggestionshypnose unterscheidet, werden natürlich auch im Rahmen der Hypnoanalyse Suggestionen gegeben, um die Tendenz zur Selbstheilung, die emotionale Abreaktionen mit sich bringen, von außen zu unterstützen.

Als Patient in Deutschland einen empathischen und psychotherapeutisch fitten Hypnosetherapeuten zu finden, der gleichzeitig die Hypnoanalyse beherrscht, ist momentan leider sehr schwierig. Nach Therapeuten, die entsprechende Qualifikationen aufweisen und das für die Hypnoanalyse nötige Geschick mit sich bringen, besteht eine sehr hohe Nachfrage.

Suggestionshypnose und Hypnoanalyse

Bei der Anwendung von Hypnose differenziert man zwischen reinen Suggestionshypnosen und der Hypnoanalyse, welche auch auflösende Hypnose genannt wird. Bei der Suggestionshypnose werden dem Hypnotisanden Suggestionen gegeben, die dieser auf der Gefühlsebene umsetzt. Durch die Veränderung des Gefühls in der Hypnose können gewünschte Änderungen im realen Leben erreicht werden. Die Suggestionshypnose eignet sich zur Behandlung von Symptomen, deren Ursachen nicht stark genug sind, um die Symptome nach der Hypnose zu reproduzieren. Je weniger emotionalen Hintergrund Symptome haben, desto besser lassen sie sich direkt, mit der Suggestionshypnose behandeln.

Bei Durchführung der Hypnoanalyse geht es vorrangig um die Auflösung belastender Gefühle, die sich im emotionalen Gedächtnisspeicher befinden und im Wachzustand nicht zugänglich sind. Durch die Hypnoanalyse werden die belastenden Gefühle an die Oberfläche gebracht und durch Gefühlsausbrüche, sogenannte emotionale Abreaktionen, im Trancezustand aufgelöst. Da viele Verhaltensmuster und Glaubenssätze durch belastende Gefühle ausgelöst werden, ist die Hypnoanalyse ein sehr nachhaltiges und schnelles Verfahren, um die zugrunde liegenden Gefühle aufzulösen.

Bei der Anwendung der einzelnen Hypnose- Verfahren ist zu berücksichtigen, welches Verfahren am meisten Aussicht auf einen Therapie- Erfolg verspricht. Erfahrene Hypnose- Anwender würden sich niemals auf ein Verfahren festlegen, da sowohl die Hypnoanalyse als auch die Suggestionshypnose ihre Daseinsberechtigung haben. Häufig ist mit einer Kombination beider Verfahren das bestmögliche Therapie- Ergebnis erreichbar. Welches Verfahren man vorrangig einsetzt, wird der erfahrene Hypnose- Anwender maßgeblich von seinem Gefühl und damit den bisher gemachten Erfahrungen abhängig machen.

Wenn eine Patientin in der Hypnose- Praxis vorstellig wird, weil sie nach dem Tod ihres Mannes enorm zugenommen hat, dann spricht zunächst einmal alles für eine unbewältigte Trauerreaktion, die man am besten mit der auflösenden Hypnose behandeln sollte. Nach der Trauerbewältigung in der Hypnose kann dann gerne noch mit Suggestionen nachgearbeitet werden, auch wenn dies in den meisten Fällen schon gar nicht mehr nötig sein wird, weil man durch die Trauerbewältigung in der Hypnose bereits die emotionale Triebfeder für das übermäßige Essen beseitigt hat. Wird eine emotional unbelastete Patientin in der Hypnose- Praxis vorstellig, um ein leichtes Übergewicht zu behandeln, welches sich im Laufe der Jahre eingeschlichen hat, kann eine Suggestionshypnose erfolgversprechender sein als das Suchen nach möglichen emotionalen Auslösern, die es unter Umständen gar nicht gibt.

Wie man anhand der genannten Beispiele sieht, geht es vor allem um therapeutisches Fingerspitzengefühl und die Frage, ob belastende Gefühle aufgelöst werden müssen oder eine reine Suggestionshypnose ausreicht, um das vorliegende Problem zu lösen. In meinen Ausbildungen lernen die Seminar- Teilnehmer anhand von Fallbeispielen ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob im Einzelfall vorrangig die Hypnoanalyse oder die reine Suggestionshypnose vielversprechender ist.

Angst vor Hypnose

Die meisten Menschen, die eine Hypnose in Anspruch nehmen möchten, machen sich Gedanken darüber, wie weit der Einfluss des Hypnotiseurs in der Hypnose reicht und wie viel Eigensteuerung noch vorhanden ist. Jetzt kommt die gute Nachricht: auch in einer Tiefenhypnose ist man als Hypnotisand voll ansprechbar und bekommt alles mit. Ebenso kann man während der Hypnose problemlos selber sprechen. Für manche Patienten stellt sich auch die Frage, was passiert, wenn der Hypnotiseur Suggestionen geben würde, die man selber nicht annehmen möchte. In diesem Fall würde das Unterbewusstsein die unerwünschte Suggestion automatisch ablehnen und damit eine Umsetzung verhindern. Und was wäre eigentlich, wenn die äußeren Umstände erfordern, dass man augenblicklich aus der Hypnose heraus kommt? In diesem Fall würden Sie automatisch aus der Hypnose in den Wachzustand kommen, denn unser Wach- Ich ist auch in der tiefsten Hypnose noch zu einem kleinen Teil anwesend, um unseren Schutz zu gewährleisten. Unsere existenzsichernden Schutzmechanismen sind also auch in einer Tiefenhypnose noch aktiv. Hurra!

Showhypnose

Obwohl sich das Bild von Hypnose in der Öffentlichkeit langsam zu wandeln beginnt, begegnen viele Menschen Hypnose mit einer gewissen Skepsis. Die medienwirksamste Form, Hypnose darzustellen scheint die Showhypnose zu sein, bei der ein Bühnenhypnotiseur normale Menschen verrückte Dinge tun lässt. Für den Außenstehenden hat dies oft den Eindruck, als ob der Hypnotiseur den Hypnotisanden seinen Willen aufzwingen könne. Die Wahrheit ist, dass die Menschen, die während einer Hypnose z.B. eine Horde wildgewordener Affen imitieren, dies auch wirklich wollen, sonst würde es nicht funktionieren. Bei der Bühnenhypnose holt der Hypnotiseur eine Anzahl von Menschen auf die Bühne, die sich in drei Gruppen einteilen lassen. Gruppe A) möchte beweisen, dass sie nicht hypnotisierbar ist, dieser Teil wird von dem Hypnotiseur während der ersten Versuche aussortiert und wieder von der Bühne geschickt. Teil B) wird von Freunden auf die Bühne geschickt und ist eher skeptisch, auch diese Gruppe wird Schritt für Schritt wieder weggeschickt. Und Gruppe C) dies sind die Menschen, die wirklich Lust auf Hypnose haben und unbedingt einmal das Gefühl hypnotisiert zu werden, erleben möchten. Unter dieser Gruppe sucht der Bühnenhypnotiseur die Menschen mit der besten Trancefähigkeit aus. Dies ist die Gruppe, mit der der Showhypnotiseur dann arbeitet. Alles das, was während der Hypnose passiert, wird von den Hypnotisanden miterlebt und nur durchgeführt, wenn sie keine moralischen oder persönlichen Einwände gegen die Suggestionen haben. Wir Hypnotherapeuten distanzieren uns von den Showhypnotiseuren, weil wir Hypnose als effektives Therapieverfahren anwenden und nicht, um damit Show zu machen.

So fühlt sich Hypnose an

Der Zustand der Trance ist wundervoll und heilsam. Während der Hypnose nehmen Sie Gedanken und Gefühle sehr intensiv wahr. Ihr Geist ist klar und wach, während sich der Focus ihrer Aufmerksamkeit nach innen verschiebt. Wie sich Hypnose im Einzelnen anfühlt, ist abhängig von dem Hypnotisanden, der Trancetiefe und dem eigentlichen Trance- Erleben. Ist die Trance noch flach, dann kann es sein, dass Sie noch nicht mal merken, dass sie bereits in einer Trance sind. In tiefen Trance- Stadien kann Hypnose als ein schlafähnlicher Zustand empfunden werden, dieser Tief- Trance Zustand wird vor allem bei der Schmerztherapie, bei der Behandlung des Burn- Out- Syndroms und bei Schuppenflechte und Neurodermitis verwendet. Dabei ist anzumerken, dass unterschiedliche Trancetiefen für unterschiedliche Zielsetzungen verwendet werden und nicht immer gilt: je tiefer die Trance, desto besser.

Hier einige Äußerungen von Klienten zu dem Gefühl der Hypnose: "Ich konnte kaum Glauben, dass sich mein Arm von ganz alleine bewegt und ich habe alles mitgekriegt!". Eine andere Patientin beschrieb das Tiefergehen von einem mittleren in den tiefen Trancezustand so: "Und dann hatte ich das Gefühl, dass Sie immer weiter weg sind, obwohl ich noch genau verstanden habe, was Sie gesagt haben." Der innere Dialog, der sich sonst in meinem Kopf abspielt, war auf einmal ruhig." Weiter: "Danach fühlt ich mich völlig schmerzlos und wie in einen Wattebausch eingehüllt".

Suggestionen

Suggestionen sind Empfehlungen/Befehle an das Unterbewusstsein des Hypnotisanden. Im Hypnose- Zustand werden Suggestionen sehr viel stärker aufgenommen und leichter umgesetzt als Suggestionen, die im Wachzustand gegeben werden (Affirmationen). Dies hängt mit der erhöhten Aufnahmebereitschaft, die die Menschen während einer Hypnose erlangen, zusammen. Suggestionen können von dem Hypnotiseur an den Hypnotisanden gegeben werden (Fremdsuggestion) oder der Hypnotisand gibt sich die Suggestion selber (Autosuggestion). Die meisten Menschen kennen Suggestionen nur als gesprochenen Text (beispielsweise: Du fühlst Dich jeden Tag besser), interessanterweise wirken jedoch auch Bilder oder Gefühle, die der Hypnotisand in der Hypnose entwickelt, als Suggestionen. Hypnotisanden setzen Suggestionen übrigens immer individuell um. Dies kann über innere Bilder, Körperempfindungen oder Wörter stattfinden. Wenn beispielsweise der Hypnotiseur die Suggestion gibt „Du hast Freude daran, dein Leben selber in die Hand zu nehmen“, dann sieht der eine Hypnotisand vielleicht eine Hand, die eine einladende Geste macht, der andere fühlt eine Leichtigkeit im Bereich der Brust und kann auf einmal richtig durchatmen, während der dritte das Wort „Selbstbestimmung“ hört. Sie merken hier gibt es kein richtig und kein falsch, sondern der Hypnotisand setzt eine gesprochene Suggestion immer über sein bevorzugtes Sinnessystem um. Suggestionen werden in der Regel positiv formuliert, weil die positiven Stichwörter besser wirken und man vermeiden möchte, dass eventuell ein „nicht“ von dem Unterbewusstsein ausgeblendet wird und nur das unerwünschte Wort auftaucht. Der erfahrene Hypnotiseur arbeitet also vorrangig mit positiv formulierten Suggestionen und wenn er Verneinungen benutzt, dann wird er diese bewusst deutlich betonen (markieren).

Voraussetzungen für Hypnose

Wichtig ist die Etablierung eines stabilen Vertrauensverhältnisses zwischen dem Hypnosetherapeuten und dem Klienten. Dazu muss der Hypnotiseur in der Lage sein, eine positive Erwartungshaltung und ein vertrauensvolles Umfeld zu schaffen. Damit sind die Grundvoraussetzungen für einen Behandlungserfolg schon gegeben. Die Behandlung beginnt bereits am Telefon und setzt sich im Vorgespräch fort, so dass die eigentliche Hypnose ein weiterer Baustein der Behandlung ist. Durch das Verwenden von prähypnotischen Suggestionen und Suggestionsversuchen wird die Einleitung einer Trance extrem erleichtert.

Warum Hypnosetherapie so erfolgreich ist

Hypnose ist so erfolgreich, weil sie die größte Ressource, nämlich die geistige Kraft des Menschen nutzt und damit Veränderungsprozeße in den Gang bringt. Hypnose erlaubt den Zugriff zu einem mächtigen Verbündeten, unserem Unterbewußtsein. Viele Probleme liegen darin begründet, dass sich Verstand und Unterbewußtsein gegenseitig sabotieren, weil keine Kommunikation mit dem Unterbewußtsein stattfindet. Das Unterbewußtsein funktioniert wie unendlicher Erfahrungsspeicher, der alles das, was wir erlebt haben, aufzeichnet und daraus -wie der Name schon sagt- unserem Verstand unbewußt Verhaltensanweisungen gibt. Haben sie sich schon einmal dabei erwischt, wie sie auf einem Supermarkt- Parkplatz mit unzähligen freien Plätzen immer wieder auf "Ihren" Parkplatz fahren? Natürlich haben Sie sich dabei nicht gedacht "ich fahre jetzt wieder auf meinen Parkplatz, weil es mir es hier bisher immer gut ergangen ist" sondern sie hörten vielleicht der Musik im Radio zu oder überlegten, was sie heute einkaufen werden, während ihr Unterbewußtsein Ihnen sagt, wo sie hinfahren sollen. Oder haben Sie einmal viel Zeit und Arbeit in ein Projekt gesteckt, um dann in letzter Sekunde wieder alles über den Haufen zu werden? Dieser Steuerung durch das Unterbewußtsein unterliegen wir ständig und das ist vom Prinzip her sinnvoll, denn es dient dazu, uns einen Großteil unserer Handlungen abzunehmen. Unser gesamtes Tun und Denken ist von der Steuerung des Unterbewußtseins abhängig. Diese Steuerung basiert auf Erfahrungen, im oben genannten Beispiel entspräche das dem "Wenn ich mein Auto hier abstelle, dann bleibt es heil". Mit der Hypnose haben wir eine fantastische Möglichkeit, mit unserem Unterbewußten in einen Dialog zu treten und Veränderungsarbeit zu leisten. Menschen, die Zugang zu Ihrem Unterbewußten haben gegenüber den Menschen ohne diese Möglichkeit einen klaren Vorteil, weil sie sich selber besser verstehen und sich das Unterbewußtsein FÜR ihre Veränderungsprozesse gewinnen. Vielleicht haben Sie sich auch schon mal ein Buch zu Motivationssteigerung, Lebenshilfe oder Verbesserung Ihres Gesundheitszustandes gekauft. Wenn sie jetzt nochmal tief in sich gehen und sich fragen, wieviel Veränderung dieses Buch in Ihnen bewirkt hat, dann werden Sie sich vielleicht eingestehen, dass die meisten Bücher zwar gute Inhalte bieten, aber dass es verdammt schwer fällt, diese Veränderungen in dem tatsächlichen Leben auch so umzusetzen. Wenn sie die vorherigen Abschnitte aufmerksam gelesen haben, dann wird Ihnen vielleicht in den Sinn kommen, dass unser Verstand nur einen Teil unserer Veränderungsarbeit leisten kann, weil unser Verhalten und Denken maßgeblich von unserem Unterbewußten gesteuert wird. Die gute Nachricht lautet: Veränderungsarbeit ist im Trancezustand mit Zugang zum Unbewußten äußerst effektiv.

Wirkkraft der Hypnose

Beispiele für die Wirkkraft der Hypnose:

  1. Gewichtsreduktion: Nach einer Studie zur Gewichtsreduktion aus dem Jahre 2001, bei der 21 Patienten mit Hypnose und 22 Patienten mit Verhaltenstherapie behandelt wurden, zeigte sich eine signifikante Erniedrigung des BMI (Body Mass Index) um mehr als 2,5 Punkte und auch nach Beendigung der Hypnotherapie verloren die Probanden der Hypnosegruppe weiter an Gewicht. Zudem berichtete ein Teil der Studienteilnehmer über eine Erhöhung der Lebenszufriedenheit, der Selbstwirksamkeit und der Gesundheit (1).


  2. Schlaflosigkeit: Schlaflosigkeit mit Einschlaf- und Durchschlafstörungen ist ein weit verbreitetes Problem. Nach der Behandlung von Schlaflosigkeit mit Hypnose zeigt sich eine Verkürzung der Wachliegezeit von 70 Minuten/Nacht auf durschnittlich 25 min. Bei 90 % der Studienteilnehmern wurde mit Hypnose eine Verbesserung der Schlaflosigkeit erreicht (2).


  3. Migräne: Bei der Untersuchung einer 16 Personen starken Probandengruppe konnte nach der Behandlung mit Hypnose eine Reduktion der Migränetage von 12 Tagen/Monat auf 4 Tage/Monat festgestellt werden. Der Effekt war auch 2 Monate nach Beendigung der Therapie konstant. Die durch mit dem Medikament Natil behandelten Patienten konnten über keine Veränderung der Anzahl der Migränetage berichten. Die corticale Aktivität (die bei Migräne erhöht ist) konnte bei Migräne- Patienten mit Hypnose signifikant unter das Niveau gesunder Personen gesenkt werden. Dabei der durch die Hypnose verursachte Effekt war stärker als der durch die medikamentöse Therapie mit Natil (3).


  4. Multiple Sklerose: Die Wirksamkeit von Hypnose bei Multipler Sklerose ist in verschiedenen Studien belegt. In Einzelfällen konnte die Wiederherstellung von Gehfähigkeit erreicht werden (4). Die Schmerzbehandlung bei MS durch Selbst- Hypnose ist effizient und der progressiven Muskelentspannung überlegen (5). Durch Suggestionen können Symptome beseitigt und Körperfunktionen verbessert werden (6).

  1. Stich & Mewes (2001): Gewichtsreduktion unter Hypnose und Verhaltenstherapie
  2. Schultz & Weinmann (2001): Hypnotherapeutische Behandlung bei primärer Insomnie
  3. Faran (2001): Pharmacological and Psychological Approaches of Migraine Treatment
  4. Dane, J.R. (1996): Hypnosis for pain and neuromuscular rehabilitation with multiple sclerosis: case summary, literature review, and analysis of outcomes
  5. Jensen, M.P. (2009): A comparison of self-hypnosis versus progressive muscle relaxation in patients with multile sclerosis and chronic pain
  6. Sutcher, H. (1997): Hypnosis as adjunctive therapy for multiple sclerosis: a progress report

Hypnose und Träume

Traumarbeit mit Hypnose ist ein extrem spannendes Thema. Wer Traumarbeit aktiv in seine therapeutische Arbeit integriert, wird in vielen Fällen sehr schnell an die Kernthemen seiner Patienten herankommen und Ihnen dabei helfen, durchschlagende Veränderungen zu erreichen. Wer die Träume seiner Patienten nicht nur deuten, sondern aktiv mit Hypnose verändern kann, der kann da helfen, wo alle anderen vorher nicht weitergekommen sind. Was haben Träume mit Hypnose zu tun? Sehr viel, denn wenn wir träumen, dann arbeitet unser Unterbewusstsein während unser Wach- Ich weitgehend ausgeschaltet ist, genau wie in der Hypnose auch.

Nach meiner Erfahrung gibt es zwei Formen von Träumen. Die erste und wichtigste Traumform ist das emotionale Träumen. In diesen Träumen spiegeln sich unsere innersten Wünsche, Hoffnungen, Ängste und Sorgen und viele andere intensive Gefühle wieder. In der zweiten Form, dem einordnenden Träumen versucht unser Unterbewusstsein tagsüber wahrgenommene Situationen oder Dinge, die wir nicht adäquat in seiner Bedeutung erfassen konnten, einzuordnen oder es assoziiert das emotionale Träumen mit diesen Dingen. Sie sehen, die beiden Traumarten können sich auch vermischen.

Ich gebe zur Veranschaulichung ein praktisches Beispiel: Eine Person geht tagsüber entlang eines halbvertrockneten Bachlaufes Joggen. In Vorbeilaufen erkennt sie einen metallischen Gegenstand, der zwischen den Steinen hervorragt, von dem sie aber nicht weiß, worum es sich eigentlich handelt. Nachts könnte es passieren, dass die Person von einem Bachlauf träumt, an dem Sie ein metallenes Kreuz findet. Sie hält auf einmal das Kreuz in der Hand und es taucht ein alter Freund auf, der Ihr mitteilt, dass es auch schon früher ihr Kreuz war und Ihr wird klar, dass er Recht hat.

Am nächsten Morgen wacht die Person nun auf und fragt sich, was das für ein komischer Traum gewesen ist. Was ist passiert? Das Unterbewusstsein hat versucht, den unbekannten Gegenstand im Traum einzuordnen. Gemäß den bisherigen optischen Erfahrungswerten deutet das Unterbewusstsein den tagsüber gesehenen Gegenstand am ehesten als Kreuz aus Stahl. Ein Kreuz aus Stahl kann für das Unterbewusstsein für innere Stärke stehen, es assoziiert und deshalb taucht ein Freund aus einer Zeit auf, in der die träumende Person sich ganz auf Ihre innere Stärke verlassen konnte. So könnte dieser Traum zum Beispiel nützlich sein, eine aktuelle persönliche Abwertung (der Chef droht mit Entlassung) zu überwinden, indem sich die träumende Person auf alte Stärken besinnt.

Bei einer anderen Person, z.B. einer Person, die gerade beruflich das Gefühl hat, in der Arbeit unterzugehen und nie an ein Ende zu kommen, könnte der Gegenstand im Flussbett folgenden Traum auslösen: der Träumende sieht sich an einem Flussbett, wo ein Gegenstand zwischen zwei Steinen hervorragt. Weil dieser Gegenstand den schönen Bach so verschandelt versucht er ihn rauszuziehen. Beim Ziehen bemerkt er, dass der Gegenstand viel größer ist als er bisher dachte. Der ganze Fluss ist von einem stahlartigen Gebilde durchzogen und der Träumende schafft es nicht, den Unrat zu beseitigen. Er ist genervt und weiß nicht weiter.

Bei dieser Person wurde der Gegenstand von dem Unterbewusstsein als etwas Unbewegliches, Störendes interpretiert. In Zusammenhang mit der aktuellen Überbelastung dient dann der Gegenstand dazu, aufzuzeigen, wie sich der Träumende auf der Arbeit fühlt: er kommt alleine nicht voran und sieht sich vor einem nicht lösbaren Problem.

Sie sehen an diesen Beispielen, dass einordnende und emotionale Träume sich vermischen können und, dass Träume verschiedene Zwecke erfüllen. Träume ordnen ein. Träume zeigen Lösungen, so wie bei der ersten Variante. Träume zeigen Konflikte, so wie bei der zweiten Variante. Träume sind ein Spiegel der äußeren Erfahrungen und des inneren Erlebens. Sie haben wahrscheinlich bemerkt, dass Sie kein Traumdeutungsbuch zur Interpretation benötigen, sondern sich auf Ihren gesunden Menschenverstand verlassen können. Wenn Sie die Geschichte des Patienten kennen, dann lassen sich Träume in der Regel gut interpretieren- und verändern.

Nun kommen wir zum spannendsten Punkt: Während die gewöhnlichen Psychotherapie- Verfahren Träume lediglich interpretieren, können wir mit der Hypnose Träume verändern. Wieso sollte man denn die Träume von Patienten mit Hypnose verändern? Weil Sie mit der Veränderung des innerlichen Erlebens (Träume, Konflikte) die äußere Realität verändern.

Ein Beispiel für eine Traumveränderung aus der Praxis: Eine übergewichtige Patientin kommt zur Gewichtsabnahme in meine Praxis. Das Vorgespräch ergibt, dass die Patientin aus einer inneren Unruhe heraus isst. In Träumen kommt immer wieder eine riesige Ratte mit ekelhaften Zähnen zum Vorschein, die Sie fressen will. Nachdem ich die Patientin in eine tiefe Hypnose gebracht hatte, bitte ich sie, die Ratte erscheinen zu lassen. Wie an der Physiologie der Patientin in diesem Moment gut sichtbar ist, hat sie große Angst. Die Atmung wird schneller, das Gesicht verzieht sich, die Muskulatur spannt sich an. Ich bitte die Patientin wahrzunehmen, wie die Ratte immer kleiner wird. Wie sie so arg schrumpft, dass sie geradezu lächerlich klein wird. Auch die Zähne schrumpfen und die Ratte wird immer kleiner. Sie soll genau hinschauen und darauf achten, ob es nicht eigentlich eine kleine weiße Maus sei. Während dieser Suggestionen verändert sich deutlich die Körperspannung der Patientin. Die Atmung wird ruhig, das Gesicht entspannt. Die Patientin beginnt nun zu lachen und zu weinen (vor Erleichterung), weil sie eine kleine weiße Maus auf der Hand hat. Sie krault sie am Bauch und sie fühlt sich ganz flauschig an. Nach der Trance ist die Patientin erstaunlich ruhig.

Bis zu unserem nächsten Treffen hat die Patientin 3 Kilo abgenommen, ohne bewusst irgendwas am Essen geändert zu haben. Sie berichtet von einem weiteren Traum, bei dem sie in einer Art Keller war, in dem verschiedene Menschen mit verschiedenen Tieren zu kämpfen hatten. Jeder Mensch hatte sein eigenes Tier, welches ihn bedrohte. Sie nahm wahr, dass jeder Mensch seine Ängste hatte, was Ihre eigene Angst stark relativierte. Auch Ihre Ratte war bei ihr, aber sie merkte, dass es okay wäre, dass es die Ratte gibt und sie völlig ungefährlich ist solange man nicht versucht gegen sie zu kämpfen. In einer weiteren Hypnose widmeten wir uns wieder der Ratte, doch die starken physiologischen Reaktionen der Patienten blieben aus, auch Angst vor der Ratte war keine mehr da.

In diesem Fall schafften wir es durch die Traumveränderung die Angst zu beseitigen und erreichten so sekundär eine Gewichtsreduktion ohne bewusste Willensanstrengung. Damit schließt sich der Kreis und ich verweise auf den bereits oben genannten Satz: die Patienten wollen sich anders fühlen (was zuerst kommen sollte) und ihr Leben anders gestalten (was als zweites kommt).

Man kann Träume nicht nur in der Hypnose verändern, sondern Träume auch in der Hypnose interpretieren, indem man die vorkommenden Personen oder Tiere befragt, welche Bedeutung oder Botschaft sie für einen haben. Man kann in der Hypnose Träume fortsetzen, was extrem wichtig ist. Gerade bei wiederkehrenden Alpträumen kommt der Träumende oft bis zu einem Punkt, wo die Bedrohung so groß wird, dass er aufwacht. In der Hypnose können wir über diesen Punkt hinausgehen und eine Lösung für den Traum finden. Damit wird der innerliche Konflikt in der Regel aufgelöst und die Alpträume verschwinden. Nun, da die innerlichen Konflikte nicht mehr vorhanden sind, wird der Patient eklatante Veränderungen in seinem Stimmungsbild und in seinem Verhalten beobachten. Er wird Dinge tun, die er sich vorher nie getraut hat, weil die innere Ängste aufgelöst wurden.

Deshalb meine Botschaft: Wenn Menschen viel Träumen oder gar Alpträume haben, dann seien Sie als Therapeut/in dankbar. Denn wir haben einen Punkt, an dem wir ganz wunderbar anknüpfen können: direkt an den Träumen. Um bei Patienten mit Hypnose an Träumen zu arbeiten braucht man die Fähigkeit, tiefe Trancen herzustellen und man muss die analytische Hypnotherapie beherrschen. Beides Dinge, die sich relativ leicht lernen lassen und hocheffiziente Behandlungen ermöglichen. Therapeuten können über die Traumarbeit mit Hypnose Schlafstörungen, Ängste, Übergewicht, Selbstwertproblematiken und vieles mehr behandeln.

Hypnose- Entwicklung von innen

Ich möchte Ihnen anhand eines praktischen Beispiels zeigen, wie die Hypnose funktioniert und wieso sie in vielen Fällen wie beispielsweise bei Ängsten eine der besten Therapieformen ist. Ich persönlich benutze in meiner Praxis vorwiegend Hypnose und arbeite dabei gelegentlich ergänzend mit einer Gesprächstherapie, die verhaltenstherapeutische (gegenwarts- und zukunftsorientierte) und analytische (vergangenheitsorientierte) Elemente beinhaltet. Ich veranschauliche das Beispiel, indem ich grob aufzeige, wie andere Therapiemethoden im Vergleich dazu arbeiten und wo die Mankos dabei sind.

Es kommt ein Patient mit Redeangst in die Praxis. Der junge Mann gibt an, bei den häufig in seinem Studium auftretenden Referaten heftige Angstzustände durchzumachen. Körperliche Symptome wie Herzklopfen, Schwindelgefühl und Zittern treten dabei auf. Je nach Tagesform sind die Ängste mal stärker und schwächer, werden aber als enorm störend empfunden. Bei einer gründlichen Anamnese erinnert sich der Patient nicht an das erstmalige Auftreten, weiß aber, dass das Symptom schon länger besteht. Sonst finden sich keine auffälligen Konstellationen.

Vorgehen Verhaltenstherapie:

Der Patient bekommt die Anweisungen, sich bewusst seiner Angst zu stellen. Dabei bekommt er in der Regel Tipps, wie er seine Performance verbessern kann, beispielsweise durch bewusste Atemkontrolle, Kontrolle der Körpersprache oder Ablenkungstechniken. Ziel ist es, immer wieder in die angstauslösende Situation reinzugehen. Resultat: der Patient verbessert seine äußere Performance deutlich, hat aber immer noch damit zu kämpfen, dass er starke Angstgefühle hat. Es besteht eine Diskrepanz zwischen dem inneren Erleben (Angst) und dem äußeren angelernten Auftreten, was Stress verursacht. Durch die häufige Übung wird die Symptomatik etwas abgeschwächt, tritt aber oft wenn der Patient aus der Übung kommt von alleine wieder auf. Obwohl dem Patienten zeitweise geholfen wird, stimmt das Resultat nicht, zudem ist die Behandlung sehr anstrengend.

Vorgehen tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie/Psychoanalyse:

Durch eine genaue kognitiv orientierte Analyse wird in der Kindheit des Patienten und in der näheren Vergangenheit nach Auslösern der Ängste gesucht. Dabei werden mögliche Auslöser gesucht und gefunden. Die Symptomatik verbessert sich dadurch jedoch nicht oder nur geringfügig. Das Problem der kognitiven Analyse ist der Wachzustand, in dem die Patienten oft nicht an tiefergehende Gefühle herankommen. Zudem gibt es keine Verifizierung, ob ein möglicher Auslöser auch wirklich der eigentliche Auslöser der Angst ist. Der Therapeut und der Patient können mutmaßen, was der Auslöser sein könnte, ohne jemals die absolute Gewissheit zu haben, denn sie arbeiten nicht mit dem Gefühl selber sondern mit dem Verstand.

Vorgehen Hypnose:

In der Hypnose wird der Patient in eine angstauslösende Situation versetzt. Dabei kommt die körperliche Symptomatik deutlich zum Vorschein, der Patient ist also im Gefühl drin. Dann wird eine Regression herbeigeführt, mit der Frage an das Unterbewusstsein, wann dieses Gefühl schon einmal bestand. Darüber kommt der Patient zu einem Erlebnis aus der Schulzeit, wo er von einem Lehrer vor der ganzen Klasse vorgeführt wurde. Der Patient reagiert ab, indem er körperlich stark zuckt und die bis dato im Gehirn „gefangenen“ Schamgefühle herauskönnen. Danach fühlt sich der Patient sichtlich erleichtert. Das Unterbewusstsein wird nach anderen möglichen Auslösern befragt. Es kommt zu einer weiteren Regression in die Kindheit, als der Betroffene während eines Kindergeburtstages von den anderen Kindern ausgelacht wurde. Wieder erfolgt eine Abreaktion, danach fühlt sich der Patient erleichtert. In der Hypnose werden keine weiteren Auslöser gefunden. Der Patient wird in der Trance nochmals in die Anfangssituation geführt und nimmt dabei wahr, dass er körperlich entspannt ist und sich wohl fühlt. Bei der nächsten Sitzung gibt der Patient an, beschwerdefrei zu sein und mit einem guten Gefühl ein Referat gehalten zu haben. Es besteht eine Kongruenz zwischen dem inneren Erleben (angenehm, angstfrei) und der Performance. Die Vorteile der Hypnose bestanden in diesem Fall aus mehreren Aspekten: zum einen konnte in der Hypnose ein guter Zugang zu dem Angstgefühl geschaffen werden, weil in der Hypnose das Wach- Ich verdrängt und das Unterbewusstsein angesprochen wird. Zum anderen konnte gezielt nach den Auslösern der Angst gesucht werden, weil sich in der Hypnose das Unterbewusstsein (Gefühl) selber befragen lässt und weil es im Trancezustand zu einer Hypermnesie kommt, nämlich einer Überaktivierung des Gedächtnis, wodurch verdrängte Ereignisse (Schulzeit, Kindheitserinnerung) auf einmal wieder erinnert wurden, die im Wachzustand unzugänglich waren. Dann ermöglichte der Trance- Zustand das Zustandekommen von Abreaktion, wobei unterdrückte Schamgefühle an die Oberfläche geholt und aufgelöst werden konnten. Und das Schönste dabei: nach der Behandlung kam es zu einer Kongruenz zwischen innerem Gefühl und dem äußeren Verhalten und der Patient konnte den Erfolg der Veränderung für sich verbuchen ohne dabei den auferlegten Anweisungen des Therapeuten Folge leisten zu müssen. In der Praxis sind nicht immer alle Fälle so leicht aufzulösen wie dieser aber der Prozentsatz der „Wunderheilungen“ ist bei spezifischen Phobien sehr hoch. Für alle Skeptiker: ist die Heilung des Patienten denn nun dauerhaft oder nur ein kurzer Erfolg? Antwort: Wenn nach Abreaktionen bei der Hypnoanalyse spezifische Ängste schlagartig verschwinden, dann sind Rezidive (Wiedererkrankungen) nahezu ausgeschlossen.

Hypnoseausbildung und Persönlichkeitsentwicklung

Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie Menschen, die Hypnose lernen auf einmal beginnen Quantensprünge in der Persönlichkeitsentwicklung machen. Viele Seminar- Teilnehmer begegnen dem ersten Seminar mit großer Neugier. Kann das wirklich klappen? Kann ich das auch? Wenn die Teilnehmer dann im Rahmen der Seminare erleben, wie es ist, einen anderen Menschen in die Trance zu bringen und sich selbst in die Trance begeben, dann passiert etwas ganz Wundervolles. Die Persönlichkeit der Menschen beginnt sich zu entfalten und das Leben verändert sich oft „ganz nebenbei“ positiv. Ich glaube, dass dies aus verschiedenen Gründen passiert. Ein wichtiger Grund ist dabei das Führen. Um den Hypnotisanden in die Trance zu bringen, muss der Hypnotiseur diesen ein Stück weit führen. Gerade für Menschen, die sich im Leben viel führen lassen, ist dies eine ganz wundervolle Erfahrung, die ihnen zeigt dass sie in der Lage sind, auch selbst die Führungsposition anzunehmen und dabei gute Gefühle beim Hypnotisanden zu wecken. Die Angst zu führen oder Verantwortung zu übernehmen hängt maßgeblich damit zusammen, Angst vor den Konsequenzen des eigenen Handelns zu haben. Merken die Teilnehmer im Rahmen eines Seminares, dass sie bei anderen in der Trance positive Gefühle erzeugen, dann merken sie auf einmal, dass das Führen und Verantwortung Übernehmen eine gute Sache ist und übertragen diese Erfahrung auf ihr Leben. Das Selbstvertrauen wächst, weil die Menschen feststellen, dass sie andere Menschen in die Trance bringen können und ein Gefühl der inneren Stärke entwickelt sich. Ein anderer Punkt ist das Ansprechen des Unterbewusstseins. Die meisten Menschen, die Hypnose- Seminare belegen, sind in ihrem Leben noch nie in einer tiefen Hypnose gewesen. Aus meiner Praxis- Tätigkeit weiß ich, dass vielfach allein der Zustand der Hypnose und das einmalige Ansprechen des Unterbewusstseins vielfach eine regelrechte Veränderungskaskade in Gang bringen. Genauso geschieht dies bei den Ausbildungsseminaren: durch die Partnerübungen und das Herstellen von tiefen Hypnosen wird das Unterbewusstsein angesprochen, genauso als würden Sie einen schlafenden Teil in sich wecken und ihm sagen: Tu was! Und auf einmal entscheiden sich Seminar- Teilnehmer, mehr für ihr persönliches Glück zu tun und sich beruflich oder privat zu verändern und verschiedene Bereiche des Lebens beginnen sich zu weiterzuentwickeln. Es kommt Bewegung in das Leben und das ist wunderbar.

Ich erkläre die Wirkung der Hypnose gerne mit einer Metapher:
Stellen Sie sich einmal einen ruhigen See vor. Hier und da plätschert es etwas vor sich hin, aber prinzipiell tut sich nicht viel. Es herrscht der Zustand der Stagnation. Durch die Hypnose schafft man eine Welle, die wieder Bewegung in das Gewässer bringt. Und auf einmal beginnen die verschiedenen Teile wieder zu arbeiten und es kommt wieder Leben ins Spiel. Ein weiterer Grund wieso sich das Leben von Menschen, die Hypnose lernen positiv verändert ist meines Erachtens nach das Karma. Wer mit Hypnose arbeitet, hilft anderen Menschen dabei, ihre Blockaden aufzulösen und ihr Leben positiv zu beeinflussen. Ich bin kein sonderlich esoterisch angehauchter Mensch aber ich glaube daran, dass Menschen die viel Gutes tun auch viel Gutes zurückbekommen. Wer Spaß an Hypnose hat und kreativ arbeitet, der wird vielen Menschen helfen und dabei automatisch erlernen, dass man weg vom Negativen und hin zum Positiven muss. Dieses Prinzip übernehmen dann viele Hypnotiseure und investieren ihre Zeit im realen Leben dann so, dass sie sich weg von negativer Energie und hin zu positiver Energie bewegen.

Kontraindikationen

Bei den folgenden Punkten handelt es sich um relative oder absolute Kontraindikationen für die Anwendung von Hypnose:
  • ADS und ADHS
  • Aktuell bestehende oder in der Vergangenheit aufgetretene Psychosen
  • Schizophrenie
  • Multiple Persönlichkeitsstörung
  • Epilepsie
  • Thrombose oder Embolie
  • Geistige Behinderung
  • Suchterkrankungen
  • Einnahme von Psychopharmaka
  • Schwangerschaft
  • Schwere Herzerkrankungen
  • Kürzlich ereigneter Schlaganfall oder Herzinfarkt
  • Angst vor Hypnose


Lachflash durch Hypnose